Nach Gewinnwarnung
Siemens soll Strategie wechseln

Es ist nicht das erste Mal, dass Siemens-Chef Löscher wie am Donnerstag die Gewinnprognosen eilig zurückzieht. Den Arbeitnehmervertretern ist das nicht geheuer – sie fürchten, dass weitere Jobs abgebaut werden könnten.
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MünchenArbeitnehmervertreter verlangen von der Siemens -Spitze nach der überraschenden Gewinnwarnung vom Donnerstag einen Strategieschwenk. „Fünf bis sechs Milliarden Euro Gewinn sind offenbar immer noch zu wenig“, kritisieret IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner in der „Donau-Zeitung“ den Sparkurs von Siemens-Chef Peter Löscher. Insbesondere in Deutschland brauche der Konzern eine neue Perspektive. „Ich halte es nicht für unzulässig zu sagen: Wir wollen, dass ihr die Basis im Land erhaltet.“

Siemens-Chef Löscher kappte trotz aller Sparbemühungen am Donnerstag sein Renditeziel für 2014 und kommt damit enorm unter Druck. Seit seinem Amtsantritt musste er damit sechs Mal seine Voraussagen revidieren. Zudem wird Siemens durch zahlreiche Trennungen von Sparten immer kleiner, während Konkurrenten wie ABB oder GE wachsen. Seit seinem Amtsantritt hat Löscher zwar wiederholt den Gewinn seines Hauses nach oben getrieben, der Börsenwert sackte indes um knapp ein Viertel ab.

Vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Mittwoch kann Löscher offenbar nicht mehr voll auf die Unterstützung der Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium bauen. Betriebsratschef Lothar Adler monierte bereits vor der jüngsten Gewinnwarnung: „Ich vermisse eine nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmenspolitik“, klagte er. Siemens brauche einen „Kurswechsel, bei dem wieder der Mensch im Mittelpunkt steht“. Am Freitag herrschte seitens der Betriebsräte und deren Vertreter demonstratives Schweigen zu der Prognosesenkung und Löschers unsicherer Zukunft. „Wir sagen da mal nichts dazu“, sagte ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats.

Das Inland leidet besonders stark unter der Firmenpolitik Löschers. Seit seinem Amtsantritt sank die Zahl der deutschen Stellen um 25.000 auf 119.000 – nur im fortgeführten Geschäft. Der Jobabbau bei verkauften oder ausgegliederten Sparten wie dem IT-Geschäft oder Osram nicht miteingerechnet. Zudem geht der Abbau von Arbeitsplätzen weiter. Weltweit veranschlagen Gewerkschafter den Stellenabbau auf weitere 10.000, den Großteil davon in Deutschland. Allein im laufenden Geschäftsjahr kostet der Abbau rund eine Milliarde Euro an Abfindungen und ähnlichem.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Gewinnwarnung: Siemens soll Strategie wechseln"

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  • @Rainier
    Du hast von der Kernkrafttechnik und Kernphysik keine Ahnung!
    Auch der Kugelhaufenreaktor ist von der Sicherheit der beste Reaktortyp auf der Welt. Nur wollte diesen Reaktor damals keiner kaufen. Hatte wohl wirtschaftliche Gründe. In Afrika wurde die Reaktor, bzw. dieser Reaktor verwendet.
    Und die Kernenergieexperten stellst du mir mal vor, die über diese Technik lachen...werden wohl alles von Greenpeace sein und als Beruf Landschaftsgärtner sein. Rainier der grünsozialistische Ideologe und Technik-Hasser!

    Sie kommen gleich nach Löscher, Hr. Rainier!

  • Dual-Fluid-Reaktor ? Kernenergieexperten lachen doch darüber. Oder nennen seine Beschreibung "Einleitung eines Perry Rhodan-Heftchens". Sienens ist schon einmal mit einem angeblichen "Wunderreaktor", dem Kugelhaufenreaktor böse auf die Nase gefallen und wird so etwas nicht nochmals riskieren.

  • Exakt das zentrale Problem dieses Konzerns: totverwaltet mit Heerscharen promovierter Zahlenfummler! Ich bin selber Kaufmann, aber von der Pike auf gelernt und der Bezug von "Zahl" zu "Wirklichkeit" ging mir nie verloren. Aber was Siemens da in den letzten Jahren an Nachwuchs gefördert hat versteht sein Handwerk nicht mehr.

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