Nach Grubenbeben
RAG reduziert Kohleabbau im Saarland

Die RAG will den Kohleabbau im Saarland bis 2012 nur noch reduziert fortsetzen und dann einstellen. Damit reagiert der Konzern auf das schwere Erdbeben vor drei Wochen. In der betroffenen Mulde soll keine Kohle mehr abgebaut werden. Das Unternehmen will aber viele Arbeitsplätze erhalten.

HB HERNE/SAARBRÜCKEN. Der Aufsichtsrat der RAG hat am Freitagabend in Herne ein Konzept beschlossen, das nach Angaben des saarländischen Innenministers Klaus Meiser einen Rückgang der Steinkohleförderung auf rund 25 bis 35 Prozent der bisherigen Menge vorsieht.

Laut Meiser verzichtet das Unternehmen auf einen weiteren Abbau in der Prims-Mulde, wo das Beben am 23. Februar zu beträchtlichen Schäden über Tage geführt hatte. Stattdessen soll in den Flözen Grangeleisen und Wahlschied Kohle gefördert werden. Für diese Abbaufelder verfügt die RAG über Betriebsgenehmigungen beziehungsweise genehmigte Rahmenbetriebspläne.

Der Konzern will rund zwei Drittel der Arbeitsplätze im Land erhalten. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zu 3 200 Mitarbeiter weiter in Beschäftigung haben werden“, sagte RAG- Arbeitsdirektor Peter Schimpf. Insgesamt beschäftigt die RAG rund 5 500 Menschen im Saarland. Konkrete Pläne für den Jobabbau seien noch nicht fertig. Allerdings werde man sich dabei an den jüngeren Mitarbeitern orientieren, sagte Schimpf. So sollen die rund 300 Auszubildenden nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden. Alleine in diesem Jahr gingen zudem rund 500 Beschäftigte in den Vorruhestand. Die übrigen Betroffenen werde man bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Die Landesregierung hatte vor der Aufsichtsratssitzung ihre Bereitschaft signalisiert, für eine Übergangszeit unter bestimmten Bedingungen einem reduzierten Steinkohleabbau zuzustimmen. FDP und Grüne im Saarland haben erneut gefordert, sofort und vollständig aus dem Bergbau auszusteigen.

Die Bergbaugewerkschaft IG BCE hat die Pläne der RAG als ausgewogene Entscheidung bezeichnet. "Damit wird das Unternehmen seiner Verantwortung für die Beschäftigten und die saarländische Wirtschaft gerecht, schafft Sicherheit für Leib und Leben über und unter Tage und vermeidet Lieferengpässe für die saarländischen Kraftwerke", sagte der IG-BCE -Vorsitzende Hubertus Schmoldt in einer Mitteilung.

Die vom Bergbau betroffenen Menschen im Saarland warnen unterdessen vor den Folgen der Fortsetzung des Kohlebergbaus dort. "Dies ist aus Sicht der Bergbaubetroffenen völlig inakzeptabel", teilte der Verband mit. Die Gefahren von Starkbeben im gesamten Abbaugebiet seien wissenschaftlich belegt, die Ergebnisse lägen der saarländischen Landesregierung seit langem vor. Der Landesverband forderte die Regierung von CDU -Ministerpräsident Peter Müller auf, dass sie "jeglichen Abbau, der "Leib und Leben der Bewohner gefährdet, kompromisslos ablehnt".

Seit dem durch die Kohleförderung ausgelösten Erdbeben liegt der Bergbau in der Region lahm. Rund 3 600 Mitarbeiter wurden zunächst freigestellt. Bislang war 2014 als Schlusspunkt für den Kohleabbau angepeilt worden.

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