Nach Insolvenz
Angeblich Kaufinteressenten für Schieder gefunden

Nach einem Großauftrag für das Stammwerk des insolventen Möbelriesen Schieder haben mögliche Käufer Interesse angemeldet. Es gebe zwei Interessenten für den Standort im lippischen Schieder- Schwalenberg, sagte Insolvenzverwalter Klaus Pannen am Freitag. Details wollte er nicht nennen. Ausgelastet ist das Unternehmen mit dem Auftrag allerdings nicht sehr lange.

HB SCHIEDER-SCHWALENBERG. Zuvor hatte die Schieder Möbelwerke GmbH an dem Standort von einem deutschen Discounter einen Großauftrag über 3,5 Mill. Euro erhalten. Die Produktion sei für den Spätherbst geplant, Anfang November sollten die Möbel ausgeliefert werden und zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen. Mit der Order sei das Stammwerk rund dreieinhalb Wochen voll ausgelastet schreibt die Nachrichtenagentur ddp unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens.

Unterdessen gab die IG Metall nach ersten Sondierungsgesprächen bekannt, ein geplantes Sanierungskonzept für das Stammwerk zunächst mit Hilfe von Sachverständigen prüfen zu wollen. Am kommenden Dienstag werde weiter verhandelt, sagte Reinhard Seiler von der IG Metall Detmold.

Dem Konzept für das Stammwerk zufolge soll es neben den Stellenstreichungen Einbußen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie längere Arbeitszeiten geben. Die Wochenarbeitszeit solle von 33 auf 38 Stunden steigen. Laut IG Metall stehen bei den Schieder Möbelwerken einschließlich Vertrieb bis zu 500 Arbeitsplätze auf der Kippe. Insgesamt seien im Stammwerk rund 800 Mitarbeiter beschäftigt.

Anfang August war bekannt geworden, dass der Schieder-Konzern mit einst 11 000 Mitarbeitern in mehreren Ländern Europas zerschlagen werden soll. Mit dem Verkaufserlös soll ein Überbrückungskredit der Bank of New York über 65 Mill. Euro zurückbezahlt werden. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 400 Mill. Euro verschuldet.

Die Schieder-Gruppe ist nach eigenen Angaben das größte Möbelunternehmen Europas. Sie produziert an über 40 Standorten vor allem in Deutschland und Polen. Im Juni musste die Holding Insolvenz anmelden, die Mehrheit der rund 115 selbstständigen Tochterunternehmen folgten mittlerweile diesem Schritt.

Vor der Insolvenz waren vier ehemalige Topmanager der Schieder-Gruppe wegen millionenschweren Kreditbetrugs festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, die wirtschaftliche Lage der Schieder-Gruppe gegenüber Banken besser dargestellt zu haben, als sie tatsächlich war, um Kredite zu verlängern oder neue zu bekommen. Dadurch soll ein Schaden in Höhe von rund 283 Mio EUR entstanden sein.

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