Nach Insolvenz
General Motors drängt zurück an die Börse

Manchmal kommt ein Comeback schneller, als erwartet: Noch im Juni Insolvenz angemeldet, denkt General Motors (GM) bereits wieder intensiv über einen Börsengang nach. Nun wurden weitere Details der geplanten Emission bekannt, darunter auch Zeitpunkt und Umfang. Nachholbedarf besteht allerdings weiterhin bei der Transparenz der Bilanzen.

HB NEW YORK. Der neu gestartete US-Autobauer General Motors (GM) will spätestens Mitte nächsten Jahres wieder an die Börse gehen. Dies wäre genau ein Jahr nach dem Verlassen des Insolvenzverfahren am 10. Juli dieses Jahres.

Die Ausgabe von neuen Aktien solle noch vor dem Jahrestag erfolgen, kündigte GM am Freitagabend (Ortszeit) in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht an. Der bisherige Mutterkonzern des deutschen Autobauers Opel will mit „allen angemessenen Kräften“ auf diesen Termin hinarbeiten. Voraussetzung sei, dass die Marktbedingungen das erlaubten.

In Vorbereitung dieses Vorhabens will General Motors 3,5 Mrd. Aktien bereitstellen. Mit dem Verkauf der Aktien soll zumindest ein Teil der Schulden an die US-Regierung und weitere Gläubiger zurückgezahlt werden. Sprecherin Julie Gibson erklärte, dass zunächst vermutlich nicht alle Aktien öffentlich angeboten würden.

GM hatte nach nur rund 40 Tagen viel schneller als von den meisten Experten erwarte die Insolvenz verlassen. Die Mehrheit am größten US-Hersteller hält nun nach milliardenschweren Hilfen die US-Regierung.

Die US-Regierung hält fast 61 Prozent der GM-Aktien und will sie so schnell wie möglich verkaufen. Sie hatte rund 60 Mrd. Dollar bereitgestellt, um die Restrukturierung des Konzerns zu unterstützen. Die Hälfte davon diente der Finanzierung der Insolvenz. Rund 50 Mrd. Dollar der staatlichen Hilfen wurden in Aktien des neuen GM-Konzerns umgewandelt. GM hatte am 1. Juni Gläubigerschutz angemeldet.

Als nicht mehr börsennotiertes Unternehmen ist GM nicht zur Veröffentlichung seiner Bilanz verpflichtet. GM hatte allerdings angekündigt, dennoch gewisse Informationen zu veröffentlichen.

In der Mitteilung vom Freitagabend machte GM nun aber keine Finanzangaben zur Lage des Konzerns, sondern beschrieb vor allem die bisherigen Schritte und Planungen nach dem Neustart.

GM-Chef Fritz Henderson erklärte dennoch: „Die heutige Veröffentlichung entspricht unserer Zusage, transparent zu bleiben und die Öffentlichkeit über unseren Fortschritt zu informieren.“

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