Nach Intermune-Übernahme
Roche will weiter auf Einkaufstour gehen

Eine weitere Großakquisition ist nicht geplant, aber für Zukäufe sei man offen, so Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz. Die Schweizer scheinen durch ihren jüngsten Deal kaum geschwächt, sondern weiter hungrig.
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ZürichTrotz der milliardenschweren Übernahme der US-Biotechfirma Intermune hat der Pharma-Konzern Roche finanziellen Spielraum für weitere Zukäufe. Roche sei in der Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt, falls sich andere Gelegenheiten ergeben, sagte Verwaltungsratspräsident Christoph Franz der „Basler Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Unsere Möglichkeit, gegebenenfalls Fremdkapital auch über unsere eigenen Mittel hinaus aufzunehmen, ist unverändert.“ Zudem relativiere sich der Kaufpreis von acht Milliarden Dollar für Intermune, wenn man ihn mit dem jährlichen Cash Flow von 16 Milliarden Franken vergleiche.

Großakquisitionen plane Roche aber weiterhin keine. Der Konzern halte laufend nach Kooperationen und Akquisitionen Ausschau, da nicht nur Roche die besten Ideen habe. „Das ist ein grundsätzlich anderer Ansatz als Zukäufe in deutlich zweistelliger Milliardenhöhe“, sagte Franz der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

Der ehemalige Lufthansa -Chef wollte sich nicht dazu äußern, ob Roche eine Veränderung der Beteiligung am japanischen Pharmakonzern Chugai plane. „Ich habe in meiner Karriere gelernt, dass es nicht sinnvoll ist, gewisse Dinge für alle Ewigkeiten auszuschließen“, sagte Franz der „Basler Zeitung“. Im August hatte die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ mit Berufung auf Insider berichtet, Roche wolle sich den Kauf der noch nicht in ihrem Besitz stehenden Chugai-Anteile von etwa 40 Prozent rund zehn Milliarden Dollar kosten lassen. Chugai wies den Bericht später zurück.

Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass Roche einen seiner einflussreichsten Verwaltungsräte verliert. Arthur Levinson scheide mit sofortiger Wirkung aus dem Gremium aus, teilte Roche mit. Der 64-Jährige wolle damit mögliche Interessenkonflikte aufgrund seiner Funktion als Chef von Calico vermeiden. Calico entwickle Therapien gegen altersbedingte Erkrankungen. Levinson war seit 2010 Roche-Verwaltungsrat. Von 1995 bis 2009 leitete er den von Roche übernommenen US-Biotechnologiekonzern Genentech, dem die Basler viele ihrer umsatzstärksten Medikamente verdanken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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