Nach Körber-Angang
Spekulationen über Metro-Zerschlagung

Mit dem vorzeitigen Abgang von Hans-Joachim Körber mehren sich die Spekulationen um eine Zerschlagung des deutschen Handelsriesen Metro. Nun dürften die Widerstände schwinden, den weltweit drittgrößten Einzelhändler zu filetieren, vermuten Analysten. Auf der Liste möglicher Verkaufskandidaten sehen sie zwei Konzerntöchter ganz oben. Doch zunächst meldete sich die Bafin mit einer Beschwerde zu Wort.

DÜSSELDORF. Spekulationen um eine mögliche Zerschlagung des Düsseldorfer Metro-Konzerns haben die Aktien des Unternehmens auf ein Allzeithoch von 68,60 Euro getrieben. Trotz eines leichten Kursrückgangs am Nachmittag lagen die Papiere zuletzt immer noch mehr als sechs Prozent über dem Vortageswert.

Zuvor hatte Deutschlands größter Handelskonzern Meldungen vom Vortag offiziell bestätigt, nach denen Hans-Joachim Körber Ende Oktober an der Vorstandsspitze Platz machen wird für Eckhard Cordes. Der ehemalige Mercedes-Chef ist seit Anfang 2006 Vorstandschef des Metro-Großaktionärs Haniel und seit Februar 2006 Aufsichtsratschef des Düsseldorfer Handelskonzerns. Der 56-Jährige werde auch nach dem Amtsantritt an der Spitzes des Metro-Managements weiter Vorstandschef von Haniel bleiben, teilte sein bisheriger Arbeitgeber in Duisburg mit.

Seit 31. August hält der Duisburger Familienkonzern gemeinsam mit den beiden ehemaligen Spar-Großhändlern und Metro-Gründern Rainer und Michael Schmidt-Ruthenbeck 50,1 Prozent und damit die Mehrheit am Düsseldorfer Dax-Konzern. Mit ihren Aktienzukäufen haben die beiden Großaktionärsfamilien Metro-Mitbegründer Otto Beisheim, der Vorstandschef Körber seit dessen Amtsantritt 1999 den Rücken stärkte, kurzerhand ausgebootet.

Mit dem vorzeitigen Abgang des 61-jährigen Körber, vermuten Analysten, dürften nun die Widerstände im Konzern schwinden, den weltweit drittgrößten Einzelhändler zu filetieren. „Durch die Übernahme der Kontrolle bei der Metro ist Haniel jetzt in der Lage, wertvolle Pakete zu verkaufen“, sagt ein M&A-Experte, der den Handelskonzern gut kennt. „In Einzelteilen wäre Metro 70 bis 90 Prozent teurer als heute“, schätzt er. „Vor allem die Immobilien haben einen wahnsinnigen Wert.“

Dass in den Handelsgebäuden erhebliche stille Reserven schlummern, glaubt auch Handelsexperte Hans-Peter Kuhlmann von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Allein die Osteuropa-Standorte taxiert er auf vier bis fünf Mrd. Euro, und auch die Kaufhof-Immobilien seien womöglich zwischen zwei und vier Mrd. Euro wert. Zum Vergleich: An der Börse wurde der Gesamtkonzern vor Körbers Abtrittsmeldung mit gerade einmal 20 Mrd. Euro gehandelt.

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