Nach Kündigungswelle
Deutsches Milchkontor will Bauern zurückgewinnen

Mit höheren Milchpreisen und kürzeren Vertragslaufzeiten will Deutschlands größtes Molkereiunternehmen das Vertrauen seiner Genossenschaftsbauern zurückgewinnen. Über 1.000 Landwirte hatten zuvor aus Protest gekündigt.
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BremenDeutschlands größtes Molkereiunternehmen DMK will mit höheren Milchpreisen und kürzeren Vertragslaufzeiten das Vertrauen seiner Genossenschaftsbauern zurückgewinnen. Für Juli kündigte Geschäftsführer Ingo Müller eine Erhöhung des Milchpreises um 2 Cent auf 36 Cent je Liter an. Zudem sollen die Verträge zwischen Genossenschaft und Bauern flexibilisiert werden. „Wir werden um jeden Bauern kämpfen“, sagte Müller am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Bremen. Zum Deutschen Milchkontor (DMK) zählen Marken wie Milram, Osterland, Oldenburger, Humana und Casarelli.

Dem Unternehmen, das jährlich rund 7,3 Milliarden Kilogramm Milch an 20 Standorten verarbeitet, bereitet eine Kündigungswelle der Genossenschaftsbauern Sorgen. Aus Unzufriedenheit haben rund 1100 Landwirte gekündigt, womit dem Milchkontor zum Januar 2019 etwa 1,7 Milliarden Kilogramm Milch fehlen würden.

Über 500 Millionen Kilogramm davon fallen schon zum Januar 2018 weg. Das DMK hat daher am Mittwoch Werksschließungen in Rimbeck in Nordrhein-Westfalen, Bad Bibra in Sachsen-Anhalt und Bergen auf Rügen angekündigt. 270 der 7200 DMK-Stellen sollen gestrichen werden.

Ein weiteres Thema, das Molkereien und Bauern umtreibt, ist die vom Kartellamt kürzlich als zu lang kritisierte Laufzeit der Liefer- und Abnahmeverträge. Eine DMK-Satzungsänderung biete jetzt jedem Mitglied die Möglichkeit, die zweijährige Andienungspflicht auf ein Jahr zu reduzieren, sagte Aufsichtsratschef Heinz Korte.

2016 lag der DMK-Milchpreis für die Bauern bei durchschnittlich 25,2 Cent je Liter nach 27,6 Cent 2015. Die Molkerei hatte mit Handelsketten im Mai höhere Preise für Trinkmilch, Joghurt und Quark vereinbart. Dadurch ergab sich Spielraum für eine Milchgelderhöhung, für Verbraucher bedeutet das aber höhere Preise im Supermarkt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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