Nach Management-Buy-out
Büromöbelhersteller Samas startet durch

Neue Eigentümer, alter Name: Nach dem Management-Buy-out der Deutschland-Sparte des niederländischen Büromöbelherstellers Samas wollen die neuen Eigentümer die Geschäfte unter dem alten Namen weiterführen. Bereits ab Herbst soll die Deutschland-Sparte wieder bessere Zahlen schreiben.

DÜSSELDORF. „Wir haben uns die Namensrechte an Samas außerhalb der Niederlande gesichert“, bestätigte gestern Christian Nawin, der neue Sprecher der Samas-Geschäftsführung dem Handelsblatt. Das Unternehmen habe viel in den Aufbau des Namens in Deutschland investiert, das habe man nicht einfach aufgeben wollen, erklärte Nawin.

Nachdem der bisher größte europäische Büromöbelhersteller Ende 2008 in unlösbare finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hat er sich nun von seinem zuletzt 253 Mio. Euro Umsatz umfassenden operativen Geschäft komplett getrennt.

Als letzten Teil übernahm jetzt der zur Berliner Christ Capital AG gehörende Finanzinvestor Innovation Change das Deutschland-Geschäft mit Marken wie Martin Stoll, Schärf oder Drabert inklusive der Aktivitäten in Osteuropa. Über den Preis wollte Christ-Capital-Inhaber Harald Christ auch gestern keine Auskunft geben. Brancheninsider gehen von einem Schnäppchenpreis aus. Denn einem Jahresumsatz von 179 Mio. Euro standen zuletzt nur noch ein Börsenwert von rund 3,1 Mio. Euro sowie eine Schuldenlast von 22 Mio. Euro gegenüber.

Der 37-jährige Investor rechnet sich vor allem dank des in der letzten Zeit stark gewachsenen Osteuropageschäfts auch künftig gute Chancen in der Büromöbelbranche aus. Jedoch ist der heimische Branchenumsatz im Sog der Wirtschaftskrise von Januar bis Mai 2009 um fast 25 Prozent eingebrochen, wie der Herstellerverband BSO bestätigte.

Nawin, der bisher schon der Deutschland-Geschäftsführung von Samas angehörte, prophezeit hingegen bereits für den Herbst eine Erholung des Büromöbelmarktes. Zusammen mit dem bisherigen Samas-Vertriebschef Jörg Pannekoike wird er künftig die Geschäftsführung von Samas in Deutschland bilden, während Investor Christ den Beirat des Unternehmens leiten wird.

„Wir halten an den fünf deutschen Marken fest und planen nicht, sie an Wettbewerber weiterzureichen“, erklärte Christ, der aber noch keine konkrete Aussage über die Zukunft der rund 1 000 Arbeitsplätze an den drei deutschen Standorten in Worms (Rheinland-Pfalz), Minden (Nordrhein-Westfalen) und Trebbin (Brandenburg) machen wollte.

„Wir haben lediglich acht Tage Zeit gehabt, um das Deutschland-Geschäft aus dem niederländischen Konzern herauszulösen“, berichtet Christ, jetzt erst seien weitere strategische Überlegungen an der Reihe.

Dazu gehört auch, in welcher Höhe sich die neue Geschäftsführung an dem Management-Buy-out letztendlich beteiligt. „Ich gehe von einem zweistelligen Prozentsatz aus“, sagte Christ, der kürzlich erst die Mehrheit an der Reformhauskette Vitalia mit 120 Läden übernommen hat.

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