Nach massiven Verlusten
Conergy setzt aufs Ausland

Seit 2005 schreibt Solarmodulhersteller Conergy rote Zahlen, zuletzt gab es ein Minus von 162 Millionen Euro. Mit Projekten in Asien und Nordamerika wollen die Hamburger in diesem Jahr ein operatives Plus einfahren.

HamburgDie Branchenkrise und der Konzernumbau haben das Solarunternehmen Conergy im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich wiesen die Hamburger einen Verlust von 162 Millionen Euro aus, nach einem Minus von 45 Millionen Euro im Vorjahr. Die Restrukturierung, zu der auch der Verkauf der Wechselrichtersparte an Bosch gehörte, und das Auslandsgeschäft sollen das Unternehmen wieder auf Kurs bringen.

„Für 2012 setzen wir weiter auf die asiatischen und nordamerikanischen Wachstumsmärkte“, erklärte der neue Vorstandschef, Philip Comberg, am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. Conergy verfüge hier über eine starke Projektpipeline. Im vergangenen Jahr war der Auslandsumsatz um fünf Prozent gestiegen.

Comberg bestätigte frühere Aussagen, wonach der Umsatz in diesem Jahr zwar unter dem Vorjahresniveau liegen soll. Beim operativen Ergebnis rechnet Conergy aber mit einer Verbesserung „auf einen niedrigen positiven Wert“.

Finanzchef Jan Vannerum äußerte sich zudem zuversichtlich, dass das Konzernergebnis 2013 leicht positiv ausfallen könnte, da die Restrukturierungsmaßnahmen bis dahin voll zum Tragen kämen. Conergy hatte zuletzt 2005 einen Gewinn erzielt und seitdem Verluste in Höhe von insgesamt rund 841 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Belastungen des vergangenen Jahres waren vielfältig: Der Preisdruck in der Branche zwang die Hamburger, Lagerbestände unter Preis zu verkaufen. Zudem musste Conergy Forderungen abschreiben und es kam zu Verzögerungen bei der Finanzierung von Projekten in Südeuropa infolge der Schuldenkrise.

Die Entscheidung, die Zell- und Waferproduktion einzustellen und sich auf die Herstellung von Modulen zu konzentrieren, verursachte immense außerplanmäßige Abschreibungen. Auch der damit verbundene Wegfall von 100 Arbeitsplätzen am Standort in Frankfurt/Oder war kostenintensiv.

Wie zum Teil schon Ende Januar auf Basis vorläufiger Zahlen berichtet, ging der Umsatz 2011 auf 754 Millionen Euro (Vorjahr: 914 Mio.) zurück. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda) belief sich auf minus 84 Millionen Euro, nach plus 30 Millionen Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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