Nach Milliarden-Auftrag
EADS schließt Jobverlagerung aus

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will keine Arbeitplätze nach Nordamerika verlagern. Entsprechenden Spekulationen im Gefolge eines Milliarden-Auftrags des US-Militärs ließ der Konzern am Donnerstag demntieren. Derweil steht das US-Verteidigunsministerium weiter in der Kritik: Zahlreiche Kongressabgeordnete haben sich für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ausgesprochen.

HB PARIS/WASHINGTON. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS schließt den Transfer von Arbeitsplätzen in Folge des Milliarden-Auftrags des US-Militärs aus. "Es werden keine Jobs von EADS Europa nach Nordamerika verlagert", sagte ein EADS -Sprecher am Donnerstag in Paris. US-Verteidigungsminister Robert Gates wies unterdessen die Kritik von Politikern seines Landes zurück, EADS dem US-Konkurrenten Boeing vorgezogen zu haben.

Das französische Verteidigungsministerium betonte seine Bereitschaft, Rüstungsgüter auch in den USA zu kaufen. "Natürlich sind unsere Märkte offen für amerikanische Produkte", sagte Ministeriumssprecher Laurent Teisseire. EADS hatte sich am Wochenende gegen Boeing durchgesetzt und den Auftrag im Volumen von 35 Mrd. Dollar gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Northrop Grumman erhalten. Zahlreiche Kongressabgeordnete haben sich daraufhin für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ausgesprochen, um die Vergabemodalitäten zu prüfen.

Gates sagte, die Entscheidung sei allein aus Qualitätserwägungen getroffen worden. Er wollte sich nicht zu möglichen Auswirkungen äußern, sollte sich der Kongress tatsächlich einschalten. Mehrere Abgeordnete fürchten, dass die Entscheidung gegen Boeing zum Verlust von Arbeitsplätzen in den USA führen wird. Dagegen hat Northrop Grumman betont, mit dem Auftrag würden mehr als 25 000 Stellen in den USA gesichert. Etwa 2000 Jobs sollten zudem neu geschaffen werden.

Der für die Luftwaffe zuständige Staatssekretär Michael Wynne hatte bei einer Ausschussanhörung am Mittwoch ebenfalls betont, das Angebot von EADS und Northrop Grumman sei deutlich überlegen gewesen. Boeing kündigte vorsorglich bereits eine offizielle Beschwerde an, sollte es bei der Auftragsvergabe Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Am Dienstag hatte der US-Konzern ein umgehendes Informationsgespräch über die Gründe der Entscheidung verlangt.

Die US-Luftwaffe hatte am Freitag EADS und Northrop Grumman den Zuschlag für den Bau von 179 Tankflugzeugen gegeben. Es ist der bislang größte Einzelauftrag für EADS und gilt als größter Durchbruch eines Konsortiums mit europäischer Beteiligung im US-Rüstungsgeschäft. Das Tankflugzeug entsteht auf Basis des Mittelstreckenjets Airbus A330. Boeing hatte mit seinem Konkurrenzmodell 767 das Nachsehen.

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