Nach Milliardenauftrag
Kursfeuerwerk bei EADS

Nach dem Zuschlag für einen Milliardenauftrag des US-Militärs haben die Aktien von EADS am Montag vorbörslich einen Kurssprung verzeichnet. Beim Brokerhaus Lang & Schwarz lagen die im MDax gelisteten Titel vor Handelsbeginn rund 20 Prozent im Plus, zum Börsenstart bei mehr als 7,5 Prozent.

ali/ fas/ HB FRANKFURT/MÜNCHEN. Der Flugzeugbauer will nach dem überraschenden Sieg im jahrelangen Ringen um einen Großauftrag der amerikanischen Air Force rasch das gesamte Geschäft in den USA ausbauen. Airbus-Chef Thomas Enders sagte dem Handelsblatt, der Konzern werde nicht nur die bestellten Tankflugzeuge in dem geplanten Werk in Mobile im US-Bundesstaat Alabama herstellen, sondern auch zivile Transportmaschinen des Typs A330. "Wir können jetzt mit Airbus industriell in den USA Fuß fassen", sagte Enders. Nach den Worten von EADS-Chef Louis Gallois visiert der Konzern zu diesem Zweck auch weitere Zukäufe in den USA an.

Nach dem Zuschlag des US-Verteidigungsministeriums soll EADS gemeinsam mit dem US- Rüstungskonzern Northrop Grumman bis zu 179 Tankflugzeuge bauen. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing steckt damit eine empfindliche Niederlage ein. Das Volumen des umkämpften Auftrags liegt zwischen 35 und 40 Mrd. Dollar. Seit der Bestellung des neuen US-Kampfflugzeugs Joint Strike Fighter im Jahr 2001 gab es weltweit keinen größeren Militärauftrag als die jetzige Bestellung. EADS und Northrop Grumman rechnen sich nun auch gute Chancen aus, die beiden Folgeausschreibungen der Air Force zu gewinnen. Sie will ihre gesamte Flotte von 500 Tankflugzeugen schrittweise ersetzen.

Für EADS läuft die Großbestellung auf einen doppelten Durchbruch hinaus - im globalen Rüstungsgeschäft sowie auf dem US-Markt. Der Konzern kommt seinem erklärten Ziel einen Riesenschritt näher, bis 2020 rund die Hälfte seines Umsatzes aus dem Verteidigungsgeschäft zu beziehen. Gegenwärtig liegt die Quote nur bei 20 Prozent des Gesamtumsatzes von knapp 40 Mrd. Euro, selbst wenn man alle EADS-Sparten vom Militärhubschrauber bis zum Raketensystem einbezieht. Der Erzrivale Boeing macht dagegen bereits heute rund die Hälfte seines Gesamtgeschäfts in Höhe von rund 44 Mrd. Euro mit Militäraufträgen. Rüstungsaufträge gelten als profitabler und weniger schwankungsanfällig als der Absatz von Zivilflugzeugen.

Mit dem Tankerauftrag und der geplanten Endmontage von A330-Transportflugzeugen kann EADS außerdem seine gefährliche Abhängigkeit vom Euro-Raum reduzieren. Flugzeuge werden weltweit in Dollar bezahlt, die Kosten von EADS fallen jedoch hauptsächlich in Euro an. Die starke Abwertung des Dollars in den letzten zwölf Monaten belastet die Wettbewerbskraft gegenüber Boeing daher massiv. Bei dem neuen Tankerflugzeug KC-45 A entfallen 60 Prozent der Wertschöpfung auf den Partner Northrop Grumman und andere amerikanische Zulieferer.

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