Nach Millionen-Verlust
EnBW will Sparkurs verschärfen

Die Atom-Wende hat das Ergebnis von EnBW schwer belastet. Neben einem Sparkurs denkt der Konzern über eine Kapitalerhöhung nach. In diesem Jahr rechnet EnBW mit einem Einbruch des operativen Ergebnisses von 25 Prozent.
  • 0

KarlsruheDeutschlands drittgrößter Stromversorger EnBW will nach einem drastischen Verlust im ersten Halbjahr mit einem verschärften Sparkurs und mehr Beteiligungsverkäufen Geld für die Energiewende reinholen. Auch über eine Kapitalmaßnahme werde nachgedacht, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. „Unser Ziel ist es, trotz schwieriger energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen die Finanzierungs- und damit Investitionsspielräume zu erhalten“, sagte Vorstandschef Hans-Peter Villis laut Mitteilung.

EnBW hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, dass der staatlich verfügte Atomausstieg den baden-württembergischen Stromversorger tief in die roten Zahlen gedrückt hat. Unter anderem wegen zusätzlicher Belastungen durch die Stilllegung zweier Kernkraftwerke drehte das Nettoergebnis im ersten Halbjahr mit rund 590 Millionen Euro ins Minus, vor einem Jahr verdiente EnBW noch 900 Millionen Euro.

Auch das schwedische Unternehmen Vattenfall, das in Deutschland zwei Atomkraftwerke betrieben hatte, drückt der Atomausstieg ins Minus. Bei den beiden großen Versorgern RWE und Eon, die im August ihre Halbjahreszahlen vorlegen, werden deutliche Belastungen erwartet.

EnBW musste im Zuge der Energiewende von seinen vier Atomkraftwerken die Meiler Neckarwestheim I und Philippsburg I abschalten. Dazu kamen im ersten Halbjahr noch Wertberichtigungen auf zwei Beteiligungen. EnBW hält an seinem negativen Ausblick fest, wonach das operative Ergebnis im laufenden Jahr um 25 Prozent zurückgehen sollte. Für die Energiewende eingenommene Mittel will EnBW vor allem in Wind- und Wasserkraft stecken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Millionen-Verlust: EnBW will Sparkurs verschärfen "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%