Nach Notlandung: Zwei Dutzend Dreamliner bleiben am Boden

Nach Notlandung
Zwei Dutzend Dreamliner bleiben am Boden

Pannenserie ohne Ende: Die beiden größten Flotten des Boeing-Vorzeigejets 787 bleiben bis auf Weiteres am Boden. Nach einer Notlandung einer All-Nippon-Airways-Maschine stoppt auch Japan Airlines seine „Dreamliner“.
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TokioEine Maschine aus Boeings pannengeplagter Superflieger-Reihe „Dreamliner“ (787) ist am Mittwoch in Japan notgelandet. Wie die betroffene Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) mitteilte, mussten alle 137 Passagiere und Crewmitglieder nach der Landung auf dem westjapanischen Flughafen Takamatsu die Maschine verlassen, nachdem Rauch in der Maschine bemerkt worden war.

Fünf Personen seien leicht verletzt worden, ein Passagier wurde wegen Rückenbeschwerden laut örtlichen Medien ins Krankenhaus gebracht. Die japanische Flugsicherheitsbehörde sprach von einem „ernsten“ Zwischenfall.

Bis auf Weiteres bleiben daher alle 17 ANA-Dreamliner am Boden. Auch der Konkurrent Japan Airlines folgte am Mittwoch dem Beispiel und entschied sich gegen Starts seiner sieben Maschinen des Typs 787. Damit sind die bislang beiden größten 787-Flotten außer Dienst gesetzt.

Das ist das schlimmste Flugzeug-Entwicklungsprogramm, dass Boeing erlebt hat – wenn man sich den ganzen Ärger und die Verspätungen anschaut“, sagte Richard Aboulafia, Berater bei der Teal Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Flugzeugentwicklung war von jahrelangen Verzögerungen bis zur Erstauslieferung an ANA geplagt.

Der jüngste Vorfall ereignete sich auf einem Flug von Yamaguchi im Westen Japans nach Tokio. Rund 35 Minuten nach dem Start habe man in der Maschine Rauch bemerkt. Daraufhin leitete der Pilot in Takamatsu eine Notlandung ein und ließ alle Passagier über Notrutschen das Flugzeug verlassen. Einen Löscheinsatz habe es nicht gegeben. Der Pilot habe ausgesagt, dass ein Instrument im Cockpit Batterieprobleme angezeigt und es einen ungewöhnlichen Geruch gegeben habe.

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Unklar, wann die Maschinen wieder abheben dürfen

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  • Boeings Batterieprobleme beim 787
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    Die jüngsten Pannen zeigen: Die Batterien sind offenbar brandgefährlich.
    Sie setzen Lithium-Ionen-Batterien ein. diese sind leichter und leistungsfähiger als herkömmliche Batterien, aber auch gefährlicher.
    Beim (Alb)Dreamliner wird besonders viel mit Strom versorgt, was bei anderen Maschinen mechanisch/hydraulisch erledigt wird.
    Wenn die US-Behörden jetzt Lithium-Ionen-Batterien in Flugzeugen verbieten, muß die 787 komplett neu entwickelt werden. Das wäre fatal für Boeing.
    Auch wenn sie auf konventionelle (leistungsschwächere) Batterien umsteigen würden, ist das nicht ohne Probleme.
    Es währen mehr Batterien erforderlih, dazu kommt noch die zusätzliche Verkabelung. Für Boeing ein Albtraum.

    http://www.stern.de/reise/fernreisen/pannenserie-der-boeing-787-eine-diva-namens-dreamliner-1955708.html

  • Polen (PLL LOT) hat 2 Stück.

    Beide sind bisher kaum geflogen.
    Es ist nicht nur eine Panne gewesen, sondern eine ganze Serie von Pannen, die nacheinander kommen ...

    Dies ist wohl der Nagel zum Sarg für die polnische nationale Luftlinie.


  • man könnte auch sagen: Das Produkt ist wie eine Banane, es reift erst beim Kunden.

    Nur, was bei einer Banane noch sinnvoll erscheint, kann für einen Flugzeugbauer schwerste Konsequenzen haben und für den Passagier tödlich sein.

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