Nach Phoenix-Übernahme
Continental denkt an Börsengang von ContiTech

Nach der erwarteten Übernahme des Konkurrenten Phoenix zieht der Autozulieferer Continental einen Börsengang seiner Tochter ContiTech in Betracht.

HB HANNOVER. Zunächst müsse die Integration von Phoenix gelingen, sagte Conti-Chef Manfred Wennemer in einem Reuters-Interview. Dafür veranschlage er zwei Jahre. Mit dem Erwerb von Phoenix will Continental seine Tochter ContiTech zu einem der weltweit führenden Anbieter von Kautschuk- und Kunststofftechnologie machen.

Wennemer bekräftigte, dass ContiTech bei einer Phoenix-Übernahme mit dann acht oder neun Geschäftsbereichen zu breit aufgestellt wäre. „Wir haben schon vor dem Angebot an die Phoenix-Aktionäre gesagt, dass wir uns gut vorstellen können, uns von drei bis fünf Bereichen zu trennen“, sagte Wennemer. „In der Zukunft kann man sich auch andere Dinge vorstellen, zum Beispiel einen IPO (initial public offering)“, sagte Wennemer. Durch die Übernahme seien die Alternativen größer geworden, für Continental eröffneten sich bei ContiTech mehr Optionen. „Zunächst steht die zügige Integration an. Die gemeinsame Ausrichtung dürfte bis zu zwei Jahre dauern“, fügte er hinzu.

Continental will Phoenix für knapp 230 Millionen Euro übernehmen und verfügt nach seinem Übernahmeangebot vom April bereits über mehr als die Hälfte der Anteile an seinem Konkurrenten. Wennemer äußerte sich in dem Interview erneut zuversichtlich, die angestrebten mehr als 75 Prozent der Aktien zu erhalten. Die Annahmefrist des am 26. April gestarteten Übernahmeangebots, bei dem Conti den Phoenix-Anteilseignern 15 Euro je Anteilschein bietet, läuft noch bis zum 28. Juni.

Conti-Chef lässt Restrukturierungsaufwand in den USA offen

Mit Blick auf das defizitäre Pkw-Reifengeschäft in den USA sagte Wennemer, die Restrukturierung verlaufe planmäßig. Dabei ließ er erneut offen, ob die für die Sanierung veranschlagten bis zu 200 Millionen Dollar voll benötigt würden. Davon hängt ab, ob Continental wie angestrebt in diesem Jahr erneut ein Rekordergebnis einfahren kann. Sollte in den USA hoher Restrukturierungsaufwand anfallen, werde es schwer, das operative Rekordergebnis des Vorjahres von 855 Millionen Euro zu übertreffen, hatte Wennemer bei der Bilanzpressekonferenz Ende März gesagt.

Nach einem erfolgreichen ersten Quartal sieht sich Continental auf Kurs, auch im Gesamtjahr das Ergebnis weiter zu steigern. „Der Anstieg von Umsatz und Ergebnis des zweiten Quartals gegenüber dem Vorjahr wird ähnlich sein wie die Entwicklung im ersten Quartal“, sagte Wennemer. Dies lasse die Entwicklung im April und Mai erwarten. Im Auftaktquartal hatte Continental das operative Konzernergebnis um mehr als ein Drittel auf knapp 247 Millionen Euro und den Umsatz um sechs Prozent auf 2,986 Milliarden Euro gesteigert.

In China habe Continental den Kreis der möglichen Partner für ein Gemeinschaftsunternehmen zur Reifenproduktion auf zwei eingegrenzt. „Wir reden im Moment mit zweien sehr, sehr intensiv. Wir sind optimistisch, dass wir in vier bis sechs Wochen eine Absichtserklärung haben werden“, sagte der Conti-Chef. Mit dem Reifenwerk will Continental die in dem Land produzierenden Autobauer beliefern, schließt aber auch einen Export von dort in die USA oder nach Europa nicht aus.

Einen Nachfolger für den zum Münchener Chipkonzern Infineon wechselnden Chef der ertragreichen Conti-Sparte Automotive Systems, Wolfgang Ziebart, hat Wennemer nach eigenen Worten noch nicht gefunden. Ziebart tritt die Nachfolge Ulrich Schumachers beim weltweit sechstgrößten Halbleiterkonzern an und soll seinen neuen Posten spätestens zum 1. September antreten.

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