Nach Preiserhöhungen
Kartellamt durchsucht Süßigkeitenhersteller

Mehrere Süßigkeitenhersteller sind wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen ins Visier des Bundeskartellamts geraten. Die Behörde hat einer Behördensprecherin zufolge die Geschäftsräume von sieben in- und ausländischen Unternehmen durchsucht.

HB DÜSSELDORF. Die Unternehmen stünden im Verdacht, Preiserhöhungen zu Anfang dieses Jahres abgesprochen zu haben, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag. Namen nannte sie nicht.

Ein Sprecher von Nestlé Deutschland ("Kitkat") bestätigte, dass das Nestlé -Haus in Frankfurt durchsucht worden sei. Nähere Angaben machte er nicht. Auch "Milka"-Hersteller Kraft Foods Deutschland, die Alfred Ritter GmbH ("Ritter Sport") und die Mars GmbH hatten nach eigenen Angaben die Ermittler im Haus. Die "Financial Times Deutschland" berichtete, Hintergrund der Durchsuchungen sei der starke Anstieg von Süßwarenpreisen in den vergangenen Wochen. Nach Branchenschätzungen seien die Preise im Durchschnitt um zehn bis zwölf Prozent erhöht worden. Der Zeitung zufolge sind auch Ferrero und Storck von den Durchsuchungen betroffen.

Der Vertriebs- und Marketingleiter von Haribo, Andreas Nickenig, sagte, dass auch die Zentrale des Unternehmens in Bonn durchsucht worden sei. Bei Haribo habe es bisher aber keine Preiserhöhungen gegeben, es seien im Januar nur leichte Anhebungen bis maximal 3,5 Prozent zum 1. Mai diesen Jahres angekündigt worden. Von „illegalen Preisabsprachen“ bei Haribo könne keine Rede sein. „Wir handeln komplett eigenständig“. Die Mitbewerber bei Fruchtgummi hätten bereits im Vorjahr weit höhere Preisanhebungen vorgenommen.

Eine Sprecherin von Kraft Foods verwies darauf, dass die Rohstoffpreise für Milchpulver und Kakao zuletzt deutlich angezogen hätten. "Wir kooperieren mit der Behörde, weil wir zu einer schnellstmöglichen Aufklärung beitragen möchten", sagte sie. Einer Ritter-Sprecherin zufolge hat das Unternehmen den Preis für die quadratische Schokolade Mitte Januar um etwa 20 Prozent angehoben.

Das Kartellamt überprüft jetzt nach eigenen Angaben die sichergestellten Dokumente. Die Ermittlungen bezögen sich auf den deutschen Markt und könnten mehrere Monate dauern. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht den Konzernen ein Bußgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

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