Nach Rückrufaktion
Mattel gerät in juristisches Kreuzfeuer

Sicherheitspannen in China beuteln den Spielwarenhersteller Mattel. Mehr als 18 Mill. gesundheitsgefährdender Spielzeuge mussten die Amerikaner zurückrufen. Nach der größten Rückrufaktion in der Firmengeschichte sieht sich das Unternehmen nun mehreren Sammelklagen gegenüber.

cs DÜSSELDORF. Das Eingeständnis des US-Herstellers Mattel, rund 20 Mill. mit bleihaltiger Lackierung belastete Spielzeuge verkauft zu haben, löst in den USA eine Klagewelle aus. Gegen den US-Konzern gehen jetzt unter anderem die Anwälte der Kanzlei Woloshin & Killino aus Philadelphia beim Gerichtshof (Superior Court) in Los Angeles vor. Die Juristen vertreten nach eigenen Angaben eine Familie, die von dem Unternehmen einen Fonds zur Untersuchung von Kindern mit möglichen Bleivergiftungen fordert. Verteidiger Jeffrey Killino will den Fall als Sammelklage anerkennen lassen, damit das Urteil für zahlreiche Betroffene gilt.

Schon vor einigen Tagen hatte ebenfalls die Rechtsanwaltskanzlei Keller Rohrback in Seattle eine Sammelklage angekündigt. Und auch in New York ist Mattel bereits verklagt worden.

In der neuen Klage fordert Woloshin & Killino, dass Mattel den Kaufpreis der Spielzeuge erstattet und die Diagnose der Patienten sowie den Schadensersatz bezahlt. Der Hersteller von Barbie-Puppen und Fisher-Price-Spielzeug indes wollte sich zu dem Verfahren nicht äußern. Der Aktienkurs ging gestern an der New Yorker Wall Street zunächst um 0,6 Prozent nach unten.

Der weltweit größte Spielwarenhersteller hatte vergangene Woche mehr als 18 Mill. Spielzeuge wegen Sicherheitsbedenken zurückgerufen, rund eine Million davon in Deutschland. Ausgelöst wurde der größte Rückruf der Firmengeschichte durch bleihaltige Farben und Magnetteile, bei denen die Gefahr des Verschluckens bestand.

Mattel zufolge waren nahezu alle betroffenen Spielzeuge in China hergestellt worden. Dabei war es bereits die zweite Rückholaktion der Firma in diesem Monat: Anfang August hatte Mattel weltweit etwa 1,5 Mill. Spielzeuge eines chinesischen Lieferanten zurückgerufen, weil sie ebenfalls mit bleihaltiger Farbe behandelt worden waren. Blei kann Gehirnschäden verursachen.

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