Nach Rückschlag für Krebsmittel
GPC Biotech streicht weitere Jobs

In der vergangenen Woche hatte die Biotechnologiefirma GPC seine Investoren mit einem Rückschlag beim Krebsmittel Satraplatin geschockt. Jetzt kündigt das Management weitere Stellenstreichungen an und spricht von der schwierigsten Situation der Unternehmensgeschichte

HB MARTINSRIED. Nach dem erneuten herben Rückschlag für das Krebsmittel Satraplatin hat die Biotechnologiefirma GPC Biotech drastische Einschnitte inklusive eines Jobabbaus angekündigt. „Dies ist die schwierigste Situation, in der sich unser Unternehmen in seiner zehnjährigen Geschichte bislang befunden hat“, sagte GPC-Chef Bernd Seizinger am Donnerstag. Es seien umfangreiche Restrukturierungen notwendig. Das Unternehmen hatte wegen der Probleme mit Satraplatin bereits in den USA einen massiven Jobabbau in die Wege geleitet.

Die Zahl der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter könne das Unternehmen derzeit noch nicht beziffern, sagte ein Sprecher auf Anfrage. GPC Biotech beschäftige derzeit 240 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte am Firmensitz in Martinsried bei München. Gerüchte, wonach mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von dem Abbau betroffen sein sollen, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Auf die Frage nach einem Verkauf von GPC Biotech sagte der Sprecher: „Wir dürfen keine Möglichkeit ausschließen, wollen aber natürlich als eigenständiges Unternehmen weiterbestehen.“ Großaktionär Dietmar Hopp hielt zuletzt 17,2 Prozent an GPC. Im dritten Quartal ist das im TecDax notierte Unternehmen tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust stieg von 18,7 auf 20,0 Mill. Euro. Der Umsatz wuchs um gut ein Drittel auf 8,9 Mill. Euro.

Eine Zulassungsstudie in den USA für den ehemaligen Hoffnungsträger Satraplatin zur Behandlung von Prostatakrebs, von dem sich Analysten und das Unternehmen einmal einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 500 Mill. Dollar erhofften, hatte keine bessere Wirksamkeit als ein Scheinmedikament gezeigt. Die Aktie war daraufhin vor einer Woche um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Erste Zweifel an der Wirksamkeit waren bereits im Sommer aufgekommen und hatten das GPC Biotech-Papier auf Talfahrt geschickt.

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