Nach Sammelklage in USA
Auch Deutsche klagen wegen Schmerzmittel Vioxx

Deutsche Patienten ziehen einem Bericht zufolge gegen den US-Pharmakonzern Merck vor Gericht. Dessen Medikament Vioxx soll auch hier zu Lande zahlreiche Todesfälle verursacht haben.

HB BERLIN. Patienten aus Deutschland fordern Schadenersatz von dem US-Pharmakonzern Merck. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» soll dessen Arthrose- und Rheumamedikament Vioxx für zahlreiche Todesfälle verantwortlich sein.

«Wir vertreten unter anderem die Angehörigen eines Verstorbenen, der fast drei Jahre lang Vioxx einnahm», sagte der Berliner Anwalt Andreas Schulz dem Nachrichtenmagazin «Focus». Dabei soll es sich laut der Zeitung «Bild am Sonntag» um den Berliner Ingenieur Grigory R. handeln, der im Dezember 2002 an Herzversagen und einer Lungenentzündung gestorben sei.

Der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Peter Sawicki, hatte dem «Spiegel» gesagt, dass Vioxx bei mindestens 2500 Patienten in Deutschland zu Schlaganfällen, Thrombosen und Herzinfarkten geführt habe. «Ein Teil dieser Menschen wird diese gefährlichen Nebenwirkungen nicht überlebt haben», so Sawicki.

Merck hatte Vioxx Ende September vom Markt genommen, nachdem eine Studie eine Verdoppelung von Herzattacken und Schlaganfällen nachgewiesen hatte, wenn das Mittel mehr als 18 Monate eingenommen wurde. Hinweise auf die Nebenwirkungen hatte es schon seit Einführung des Mittels 1999 gegeben. Die gesamte Wirkstoffgruppe der so genannten Cox-2-Hemmer steht im Verdacht, Herzschäden zu verursachen.

Vioxx brachte Merck im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut zwei Milliarden Euro. In den USA ist bereits die erste Sammelklage gegen das Pharmaunternehmen eingegangen. Darin wird Merck vorgeworfen, die Öffentlichkeit und Gesundheitsdienstleister nicht über die Risiken von Vioxx informiert zu haben. Der Berliner Anwalt Schulz will sich dieser Sammelklage im Auftrag mehrerer angeblicher Vioxx-Geschädigter anschließen.

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