Nach Schering-Kauf
Bayer ist weiter hungrig auf Übernahmen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will sein Gesundheitsgeschäft auch nach dem Schering-Kauf weiter stärken und schaut sich nach weiteren Übernahmemöglichkeiten um.

HB FRANKFURT. "Schering ist ein sehr bedeutender Zwischenschritt", sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Donnerstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (Icfw) in Frankfurt.

Bayer halte die Augen für weitere Möglichkeiten im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (Over the counter, OTC) und mit Pharmaspezialitäten weiter offen. Allerdings habe die Integration von Schering derzeit "erste Priorität", sagte Wenning. Mit rund 17 Mrd. Euro ist der Schering-Kauf die größte Übernahme in der Firmengeschichte. Keine Option sei unterdessen der Konkurrent Altana: "Wir sind an Altana nicht interessiert", bekräftigte Wenning.

Wenning verteidigte erneut die drei Säulen des Konzerns: "Wir stehen zu den drei Teilkonzern." Die externen Wachstumsmöglichkeiten seien in den zwei weiteren Konzerntöchtern Pflanzenschutz (Cropscience) und hochwertige Kunststoffe (Materialscience) angesichts kartellrechtlicher Schranken aber begrenzt. Hier seien nur kleinere Schritte möglich. So böten zum Beispiel so genannte Systemhäuser im Kunststoffgeschäft durch ihre größere Nähe zu Kunden Wachstumsmöglichkeiten.

An den Finanzmärkten wird unterdessen nicht erst seit dem Debakel um den Blutfettsenker Lipobay vor gut fünf Jahren eine stärkere Ausrichtung auf die ertragreicheren Life-Science-Geschäfte (Gesundheit und Pflanzenschutz) gefordert. Vor dem Griff nach Schering hatte Bayer diese Felder in jüngster Zeit bereits durch milliardenschwere Zukäufe wie unter anderem den Pflanzenschutz von Aventis und den OTC-Bereich von Roche Holding gestärkt.

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