Nach Schering-Übernahme
Bayer erwägt weitere Zukäufe

Nach der Übernahme des Pharmaherstellers Schering schließt Bayer-Vorstandschef Werner Wenning weitere Zukäufe nicht aus. Der Aufstieg in die Liga der internationalen Pharmakonzerne sei jedoch gar nicht Ziel des Unternehmens.

HB FRANKFURT. "Wir haben keine Überlegungen, ein anderes großes Unternehmen zu kaufen. Den Erwerb von Produktbereichen schließen wir jedoch nicht aus", sagte Wenning der "Welt am Sonntag". Mit seiner Arzneimittelsparte will Bayer jedoch nicht in die Liga der internationalen Pharmakonzerne aufsteigen: "Wir haben uns für eine andere Strategie entschieden", sagte Wenning. Beim Geschäft mit Spezialmedikamenten und mit Fachärzten stünden Aufwand und Ertrag in einem günstigeren Verhältnis.

Wenning kündigte an, auch mit Kanzlerin Angela Merkel über die geplante Schering-Übernahme zu sprechen. "Wir haben ihr einen Brief geschrieben. Und ich habe versucht, sie am Freitag anzurufen, aber sie war unterwegs beim EU-Gipfel und nicht erreichbar. Das Gespräch werden wir nachholen", sagte der Firmenchef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der "Bild am Sonntag" sagte der Konzernchef, er verstehe Merkels Sorgen, doch wolle er "in den nächsten Tagen" mit ihr reden, um ihr seine Strategie und Vorgehen zu erläutern.

Merkels Sprecher Ulrich Wilhelm hatte zuvor erklärt, die Bundesregierung erwarte, dass bei einer Übernahme "keine Anpassungen zu Lasten deutscher Standorte erfolgen". Merkel selbst hatte die sich abzeichnende Übernahme öffentlich nicht kommentiert. Es sei eine gute Praxis wirtschaftliches Geschehen auch der Wirtschaft zu überlassen, sagte sie.

Bayer hatte die Übernahme am Donnerstag bekannt gegeben. Unter dem Namen Bayer-Schering-Pharma wollen die beiden Konzerne ihr Geschäft künftig vom Schering-Stammsitz Berlin aus führen.

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