Nach schleppendem Jahresanfang läuft das zweite Quartal besser
Brauereien können Abwärtstrend stoppen

Ein gutes zweites Quartal hat die teilweise dramatischen Absatzverluste einiger Großbrauereien in den ersten drei Monaten des Jahres wieder ausgeglichen.

GREVENSTEIN. So hat die Brauerei Veltins nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr sogar ein kleines Plus beim Bierausstoß von 1,2 Prozent erreicht. Damit produzierte Veltins bis Ende Juni insgesamt fast 1,2 Mill. Hektoliter. Auch die benachbarte Krombacher Brauerei, Marktführer bei den deutschen Premiumbieren, liegt nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr „im Plus“.

Bei Veltins geht das gute Ergebnis vor allem auf das Konto der gestiegenen Produktion von Biermischgetränken, die sich um 24 Prozent erhöhte, sowie einer Renaissance der Bierdose. Seit kurzem ist Veltins mit der Halbliter-Bierdose in einigen Verkaufsgebieten des Discounters Lidl vertreten. Prompt stieg der Ausstoß von Dosenbier im sauerländischen Grevenstein bis Juni 2005 um fast 60 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Mit einer Produktion von insgesamt 246 000 Hektolitern im Juni verzeichnen wir den erfolgreichsten Monat in unserer gesamten Firmengeschichte“, sagte Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber vor Journalisten in Grevenstein.

Trotzdem ging bei Veltins der Ausstoß von Premiumbieren im ersten Halbjahr des Jahres sowohl im Fass (minus 1,5 Prozent) als auch in der Flasche (minus 2,3 Prozent) leicht zurück.

Einen Trend den auch Ulrich Kallmeyer, Chef der größten deutschen Braugruppe, der RB Brauholding, bestätigt. Nach Kallmeyers Angaben sank der Bier-Ausstoß der Gruppe, zu der über vierzig deutsche Bier-Marken, darunter DAB, Clausthaler und Berliner Schultheiss, gehören, bis einschließlich Mai um insgesamt etwa sieben Prozent. „Premiumbiere wie Jever oder Radeberger verloren jedoch nur rund drei Prozent“, sagte Kallmeyer dem Handelsblatt. Den rückläufigen Absatz führt Kallmeyer immer noch auf den Wegfall des Dosengeschäftes seit Einführung des Einwegpfandes im Jahr 2003 zurück. Hier war die RB Brauholding, die zum Bielefelder Oetker-Konzern gehört, mit ihrer Marke DAB bei den Billigbieren stark engagiert.

Der teilweise rasante Anstieg des Absatzes von Billigmarken in Pfandflaschen scheint sich in diesem Jahr allerdings abzuschwächen: Nach zweistelligen Zuwächsen im vergangenen Jahr legten Oettinger & Co. im ersten Quartal 2005 nach Angaben der Marktforscher von AC Nielsen nur noch 8,7 Prozent zu. Der Marktanteil der billigen Eigenmarke des Discounters Aldi („Maternus“) nahm gar um 1,6 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent ab.

Mit dem Wiedereinstieg in das Dosengeschäft will Veltins keinesfalls das Preiseinstiegssegment bedienen. Denn daran war zuletzt Mitbewerber Warsteiner gescheitert, dessen 500 000 Hektoliter umfassendes Dosenengagement bei Lidl sich letztlich als Zuschussgeschäft herausstellte.

„Wir liegen mit einem Endverbraucherpreis von 54 Cent pro Dose auf dem Niveau unserer Flaschenbiere und wollen dieses auch nicht verlassen“, sagt Veltins-Geschäftsführer Volker Kuhl.

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