Nach schwachem Halbjahr
Chemiebranche erwartet keinen Umschwung

Nach dem verhaltenen ersten Halbjahr erwarten die Chemiefirmen auch in der zweiten Jahreshälfte nur eine leichte Belebung ihres Geschäfts. Dass das Gesamtjahr nicht noch schlechter wird, liegt an einem wichtigen Rohstoff.
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FrankfurtDie Chemieindustrie hat nach einem schwachen ersten Halbjahr wenig Hoffnung auf Besserung. „Die Geschäftserwartungen der Branche schwanken um die Nulllinie“, sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Merck -Chef Karl-Ludwig Kley, am Donnerstag in Frankfurt. Die Mehrheit der Unternehmen rechne für die zweite Jahreshälfte nicht mit einer Belebung des Chemiegeschäfts. Ein Abrutschen der deutschen Wirtschaft in die Rezession werde allerdings auch nicht befürchtet.

Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach Autobranche und Maschinenbau geht wie bisher für das Gesamtjahr lediglich von einem Anstieg der Chemieproduktion um 1,5 Prozent aus. Die Chemieindustrie mit Branchengrößen wie BASF, Bayer, Evonik und Lanxess senkte zudem ihre Jahresprognose für den Branchenumsatz leicht auf plus 1,5 Prozent von bislang plus 2,0 Prozent. Grund sind die Erzeugerpreise, die laut VCI 2013 nun vorrausichtlich stagnieren werden. Bislang wurde mit einem leichten Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Die Preise für den wichtigen Rohstoff Rohöl waren gesunken, was Unternehmen nun an die Kunden weiterreichen.

Das erste Halbjahr fiel für die Branche verhalten aus. Sowohl Umsatz und Produktion stagnierten zum Vorjahreszeitraum. Die Unternehmen konnten zudem ihre Preise nicht erhöhen. In Deutschland liege die Chemieproduktion immer noch unter dem Vorkrisenniveau von 2007, sagte VCI-Chef Kley. „Insofern können wir nicht zufrieden sein.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei BASF hat sich seit April 2011 nichts wesentliches am Aktienkurs nach oben getan. Die standen damals bei 68 und heute bei 70 - zwischendurch mal bei sagenhaften 75. Nur für Daytrader interessant. Abwärtspotential sehe ich mittelfristig höher. Wo soll es auch herkommen, bei der weltweiten Konjunkturlage.

    Zwischenzeitlich sind die von der Mehrheit der Analysten natürlich ständig auf Kaufempfehlungsseite geblieben, Soviel zu der Ahnung der Bestbezahlten.

  • "Der Ölpreis ist gesunken, der Grundstoff für viele Produkte in der Chemieindustrie liefert damit keinen Grund für Preiserhöhungen"

    Hallo HB, AUFWACHEN!!!

    Der Rohölpreis ist auf dem höchsten Niveau seit 14 Monaten.

    Armselig. Sehr armselig.

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