Nach Serono-Übernahme
Merck peilt weitere Zukäufe an

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will nach der Milliardenübernahme von Serono weiter durch Übernahmen wachsen. Seine Prognose für 2008 bestätigte das Unternehmen.

dpa-afx FRANKFURT. "Wir suchen keine Akquisitionen in der Größenordnung von Serono, sondern kleinere Zukäufe. Diese werden wir mit dem bekannten Augenmaß suchen und - wo wir passendes finden - auch durchführen", sagte Merck-Vorstandschef Karl-Ludwig Kley am Freitag auf der Hauptversammlung des Konzerns in Frankfurt. Dazu bedürfe es mehr Mut zum Risiko, als dies in früheren Jahren der Fall gewesen war. Merck hatte die Märkte 2006 kurze Zeit nach der missglückten Übernahmeofferte für Schering mit dem milliardenschweren Kauf des Schweizer Biotechnologie-Konzerns Serono überrascht.

Für 2008 bekräftigte Kley die bisherige Prognose: Nach einem deutlichen Ergebnisschub im abgelaufenen Geschäftsjahr sollen die Gesamterlöse in einer Spanne von fünf bis neun Prozent zulegen. Für das operative Ergebnis peilt die seit Mitte Juni 2007 im Dax notierte Merck einen prozentual zweistelligen Zuwachs an. "Wir wissen derzeit noch nicht, wie sich die Krise auf dem amerikanischen Finanzmarkt auf die Konsumentennachfrage vor allem in den USA auswirkt. Unsere bis heute vorhandenen Erkenntnisse veranlassen mich nicht, unsere Prognose zu ändern", sagte Kley.

Bei der lukrativen und viel beachteten Sparte Liquid Crystals (LC) dürfte sich das Wachstum der Gesamterlöse 2008 zwischen fünf und zehn Prozent bewegen. Das Chemiegeschäft ist zwar im Vergleich zu Pharma kleiner, liefert aber seit Jahren hohe Renditen, vor allem die Flüssigkristalle. Der Markt für Flüssigkristalle (LC) werde nicht nur wegen der Fußball-EM und der damit verbundenen Nachfrage nach Fernsehgeräten mit Flüssigkristall-Bildschirmen weiter wachsen, zeigte sich Konzernchef Kley optimistisch. "Wir sind und bleiben die Nummer 1 im Geschäft." Zwei Drittel des Weltumsatzes stammen von Merck. Die Umsatzrendite für die LC-Sparte sieht Merck 2008 weiterhin bei 47 bis 52 Prozent und damit unter der für 2007 erzielten Rendite von 53 Prozent. Zum Konzernumsatz in Höhe von 7,057 Mrd. Euro steuerte das Pharmageschäft 2007 4,877 Mrd. und der Bereich Chemie 2,150 Mrd. Euro bei. Auf die Flüssigkristalle (LC), die in den meisten LCD-Fernsehgeräten, Notebooks und Mobiltelefonen eingesetzt werden, entfiel ein Umsatz von 916 Mill. Euro.

Merck hatte 2006 die eigene Position im nun durch Merck Serono zusammengefassten Pharmageschäft durch die Übernahme der Schweizer vor allem in den USA gestärkt. Der japanische Markt ist nach Aussage Kleys eines der nächsten Ziele. Derzeit erzielt Merck bereits die Hälfte des Pharma-Umsatzes mit biotechnologischen Produkten. Merck ist derzeit auf die vier Kerngebiete Onkologie, neurodegenerative Erkrankungen, Autoimmun- und Entzündungserkrankungen sowie Fruchtbarkeit fokussiert./

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