Nach Solarworld
Die nächsten Opel-Käufer kommen schon

Nachdem der Solarkonzern Solardworld bereits seinen Hut für die Übernahme des Autoherstellers Opel in den Ring geworfen hat, denken nun auch Opel-Händler über einen Kauf nach. Laut Medienberichten wird das Thema ernsthaft unter den 20000 deutschen Händler diskutiert.

HB OBERPFAFFENHOFEN. Nach dem Angebot der Bonner Solarworld AG gibt es einem Pressebericht zufolge möglicherweise einen weiteren Interessenten für den angeschlagenen Autobauer Opel. Wie das Fachmagazin "Automobilwoche" am Donnerstag berichtet, haben die 2 000 deutschen Opel-Händler auf der jüngsten Händlerversammlung eine eigene Kaufofferte ins Spiel gebracht. "Das wurde tatsächlich ernsthaft diskutiert und ist auch nicht völlig unmöglich", zitiert das Blatt Paul Schäfer, Geschäftsführer bei Auto Staiger in Stuttgart. Es gäbe durchaus Händler, die entsprechende Investitionen aufbringen könnten.

"Das Problem dabei ist, dass die Marke zu sehr im General-Motors-Konzern eingebunden ist und zudem Opel keine eigene Bilanz offenlegt", sagte Schäfer laut "Automobilwoche". So sei das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim darauf ausgelegt, Fahrzeuge für den gesamten Konzern zu konzipieren. Zudem wäre durch einen Kauf noch nicht sichergestellt, wer die Mrd. schweren Investitionen in künftige Fahrzeuge aufbringe. Opel-Vertriebschef Thomas Owsianski habe vor den Vertriebspartnern bekräftigt, dass Opel "nicht vor dem Aus" stehe. Allerdings schiebe der Konzern derzeit einige Investitionen auf, die nicht unmittelbar mit dem Kerngeschäft in Verbindung stünden, heißt es weiter.

Am Mittwoch hatte SolarWorld angekündigt, die Übernahme der deutschen Opel-Standorte anbieten zu wollen. Dafür stünden eine Milliarde Euro liquide Mittel zur Verfügung. "Kernvoraussetzung" für die Abgabe eines Kaufgebots sei aber die komplette Trennung vom US-Mutterkonzern General Motors sowie eine Kompensationszahlung von 40 000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz (insgesamt eine Milliarde Euro). General Motors (GM) betonte indes, Opel stehe nicht zum Verkauf. Die deutsche Traditionsmarke bemüht sich wegen der Insolvenzgefahr bei GM derzeit um eine Staatsbürgschaft von mehr als einer Milliarde Euro.

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