Nach Sparplan-Ablehnung
GM lässt Bochumer Opel-Betriebsrat auflaufen

Nachdem die Sparpläne abgelehnt wurden, ist die Ansage aus Detroit klar: Keine Verhandlungen. Damit dürfte das Opel-Werk in Bochum schon 2014 geschlossen werden. Der Betriebsrat will weiter kämpfen.
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HamburgDie Bochumer Opelaner haben sich womöglich verzockt: Mit ihrer Ablehnung des Sanierungsplans wollte die Belegschaft weitere Verhandlungen mit General Motors erzwingen. Das Management des Autokonzerns aus Detroit blieb jedoch hart und ließ am Freitag über seine Rüsselsheimer Tochter Opel mitteilen, die Autofabrik im Ruhrgebiet mit 3200 Beschäftigten werde bereits Ende 2014 dichtgemacht - zwei Jahre früher als im neuen Tarifvertrag in Aussicht gestellt. Der gilt nach dem Nein von Bochum jedoch nur für die anderen Opel-Werke. "Es wird keine weiteren Verhandlungen geben", betonte ein Unternehmenssprecher. Opel kündigte zudem an, die Getriebefertigung in Bochum Ende 2013 einzustellen, die nach dem Kompromiss zunächst erhalten werden sollte.

Damit liefen Versuche des Bochumer Betriebsrats ins Leere, der auf ein Umdenken bei dem US-Konzern hoffte: "Ich setze darauf, dass sich die vernünftigen Kräfte bei General Motors durchsetzen", sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel der Nachrichtenagentur Reuters. Er argumentierte damit, die Schließung der Fabrik würde eine Milliarde Euro verschlingen und das ohnehin angekratzte Ansehen von Opel weiter beschädigen.

Infografik

Opel-Marktanteil in Deutschland

in Prozent


Die Belegschaft der 50 Jahre alten Fabrik in der strukturschwachen Region hatte den zwischen Management und IG Metall ausgehandelten Sanierungsplan am Donnerstag mit großer Mehrheit abgelehnt. Dadurch kam es zu einer Spaltung, denn die Beschäftigten an den Opel-Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen haben den Kompromiss angenommen. Im Werk Eisenach sollen die Gewerkschaftsmitglieder am Dienstag über den Sanierungsplan abstimmen. Auch dort wird eine Zustimmung zu dem Konzept des Managements erwartet.

Der IG-Metall-Vorstand in Frankfurt wird dem Tarifvertrag mit Opel am Mittwoch voraussichtlich zustimmen. Damit stünden die Bochumer auf verlorenen Posten. Die Situation ist für die größte deutsche Gewerkschaft nicht ohne Risiko, da sie am Beginn von Tarifverhandlungen für die 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie steht. Ein ständiger Brandherd in Bochum könnte die öffentliche Aufmerksamkeit von den wichtigen Lohngesprächen ablenken und die IG Metall zudem Unterstützung kosten, glauben Gewerkschafter.

Opel muss zudem befürchten, erneut mit Werksschließungen in Verbindung gebracht zu werden, worunter der Ruf des Autobauers weiter leidet. Dies ist neben der Absatzkrise in Südeuropa ein Grund, warum die Marke mit dem Blitz seit Monaten verblasst - in der EU sank der Marktanteil zuletzt auf einen Tiefstand von 6,1 Prozent.

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  • Einenkel ist ein bisschen größenwahnsinnig geworden. Es war Ihm scheinbar nicht klar wem er veräppeln wollte. Durch seine Sturheit verlieren tausende seiner „Kollegen“ viel Geld.
    Evtl. Perspektiven für einige M.A. sind dann auch Geschichte.
    Sehr viele der Kollegen sind Über 50J. alt. Arbeit finden ist nicht, also ab in Harz-4.
    Die Familien tun mir jetzt schon Leid. Und das alles wegen eines Mannes.

  • Man kann aus den Leser-Kommentaren der Ruhrgebietspresse erkennen, daß die "Opelaner" für viele einen Stellvertreterkrieg führen. Jubeln weil man selber nichts drauf hat. Besonders gut: "Ihr steht nicht allein, wir sind bei Euch." Wo denn? Auf den Fluren der Jobcenter? Woanders kann ich mir nicht vorstellen. Und der BR-Vorsitzende: "Jetzt zeig ich Euch mal wer hier das Sagen hat." "Kollegen, wir werden noch mehr rausholen." Na, da bin ich aber mal gespannt. Wenn das nicht klappt? Was dann mein BR-Fürst? Ich bin mal gespannt ob dann die logische Konsequenz folgt: "Ab sofort betritt keiner mehr das Werk." Interessant wird der Werdegang des BR sein.
    Ach, damit keine falschen Eindrücke entstehen, ich habe so manchen Arbeitskampf aktiv bestritten, mit viel Geldverlust, war mir die Sache auch wert. Aber, man muß wissen ab wann es aussichtslos wird.
    Schön wäre es wenn ich mich irren würde, allein, mir fehlt der Glaube.

  • Nö, das Problerm ist, das Opelklientel hat immer weniger Geld in der Tasche. Dazu politisch gewollte Armut, Altersarmut etc .. und greift daher zu Koreaner und Co. Auch diese Autos fahren, sind nicht schlechter aber kosten gut 30% weniger.

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