Nach starkem Halbjahr
Bilfinger hebt Prognose an

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger hat nach kräftigen Gewinnen im ersten Halbjahr die Prognose für 2007 angehoben. Zudem kündigte das Unternehmen einen Rückzug an – und plant neue Zukäufe.

HB MANNHEIM. Das angepeilte Jahresergebnis von 100 Mill. Euro soll deutlich übertroffen werden, sagte Vorstandschef Herbert Bodner am Donnerstag in Mannheim. Bei den Bauleistungen werde ein Wert von 8,9 Mrd. Euro erwartet. 2006 hatte der Konkurrent der Essener Hochtief einen Nettogewinn von 92 Mill. und Bauleistungen von 7,9 Mrd. Euro vorgelegt.

Nach den ersten sechs Monaten kletterten die Leistungen um 20 Prozent auf 4,3 Mrd. und das Ergebnis vor Steuern um 82 Prozent auf 71 Mill. Euro. Der Gewinn nach Steuern wurde im Vergleich zum Vorjahr von 21 Mill. auf 41 Mill. Euro fast verdoppelt. Der Auftragseingang legte laut Bodner um 24 Prozent auf 5,8 Mrd. und der Auftragsbestand um 25 Prozent auf einen Rekordwert von 10,1 Mrd. Euro zu.

Wachstumstreiber sei erneut das Dienstleistungsgeschäft gewesen, sagte der Vorstandschef. Vor einem Jahr hatten Wertberichtigungen auf zwei Verkehrsprojekte den Baukonzern tief in die Verlustzone gedrückt.

Das Unternehmen kündigte an, den Ingenieurbau in den USA aufzugeben und nur noch in Kanada Aufträge zum Bau von Brücken, Straßen oder Tunnel anzunehmen. „In den Vereinigten Staaten werden wir den Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf den Ausbau unseres Dienstleistungsgeschäfts legen“, hieß es. Das Restvolumen der laufenden Ingenieurbau-Projekte in den USA betrage 80 Mill. Euro. Eine Begründung für den Rückzug aus den USA nannte das auf den Ingenieurbau spezialisierte Unternehmen zunächst nicht.

In einem Zeitungsinterview hatte Vorstandschef Herbert Bodner im Juni gesagt, es sei in den vergangenen Jahren in den USA nicht gelungen, über Zukäufe eine einträgliche Marktposition zu ergattern.

Bilfinger Berger blickt in den USA auf zwei folgenschwere Unfälle beim Bau einer Brücke über den Maumee River im Bundesstaat Ohio zurück, bei dem im Februar 2004 vier Arbeiter ums Leben gekommen waren. Nach mehrmonatigem Stillstand auf der Großbaustelle kam es im Herbst 2004 zu einem weiteren Unfall, aber ohne Personenschäden. Neue Maschinen und Vertragsstrafen hatten Bilfinger Berger damals rund 50 Mill. Euro gekostet und das Ergebnis verhagelt.

Bodner zeigte sich offen für die Übernahme weiterer Firmen. Bilfinger Berger prüfe den Kauf von anderen Unternehmen eingehend, sagte er. Es könne in diesem Jahr noch zu einer Transaktion kommen.

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