Nach Stellenstreichungen
Mercedes sucht Arbeiter

Erst vor wenige Monaten hatte Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche beschlossen, 8 500 Mercedes-Mitarbeiter mit einem goldenen Handschlag aus dem Unternehmen zu verabschieden. Nun fehlen Leute an den Bändnern. Nach einem Zeitungsbericht sollen Arbeitslose aushelfen.

HB STUTTGART. Die Agentur für Arbeit in Stuttgart sucht nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ für Daimler-Chrysler 620 Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger zur Montage der neuen E- Klasse. Die Aushilfskräfte im Werk Sindelfingen sollen befristete Verträge von bis zu drei Monaten erhalten, schreibt das Blatt am Donnerstag. Der Konzern äußerte sich gegenüber der Zeitung nicht dazu. Die Anwerbung von Aushilfskräften sei aber ein „ganz üblicher Vorgang“.

Insgesamt will der Konzern wegen der erhöhten Nachfrage nach der neuen E-Klasse rund 1 000 Jobs schaffen, die allerdings bis Oktober befristet sind.

Die IG Metall in Stuttgart sieht die Aktion „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie die Zeitung berichtet. Einerseits erhielten Arbeitslose eine Chance auf eine kurzzeitige Verbesserung ihrer Lage. „Wir haben aber auch immer davor gewarnt, bei Mercedes pauschal Stellen abzubauen“, sagte eine Sprecherin. Sobald die Auftragslage besser werde, fehle es im Werk Sindelfingen offensichtlich an qualifiziertem eigenem Personal.

Konzernchef Zetsche hatte im vergangenen Jahr einen groß angelegten Stellenabbau angestoßen, um die schwächelnde Marke Mercedes rentabler zu machen. 8 500 Mitarbeiter in der Produktion sollen freiwillig gehen. Sie werden großzügig abgefunden, da Kündigungen wegen eines Beschäftigungssicherungsvertrages mit der Gewerkschaft ausgeschlossen sind. Bis Ende März sollen rund 7 800 Mitarbeiter Verträge über ihr Ausscheiden unterzeichnet oder das Unternehmen bereits verlassen haben.

Darüber hinaus werden in den nächsten drei Jahren in der Verwaltung des Autokonzerns 6 000 Stellen gestrichen. Daimler-Chrysler muss auch hier hohe Abfindungen zahlen, um den Mitarbeitern den Ausstieg schmackhaft zu machen. Das belastet das Ergebnis des Konzerns mit Milliarden.

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