Nach Streit
Danone versucht es in China auf eigene Faust

Der französische Wasser- und Joghurt-Riese Danone will den jahrelangen Rechtsstreit mit seinem chinesischen Partner Wahaha beilegen. Deshalb steigt Danone aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Wahaha aus. Vom chinesischen Markt aber verabschieden sich die Franzosen nicht.

PARIS. Danone ist bereit, seinen Anteil von 51 Prozent an dem Getränke produzierenden Gemeinschaftsunternehmen Danone-Wahaha an seinen chinesischen Partner zu verkaufen. "Dieses Abkommen wird alle Rechtsverfahren zwischen beiden Parteien beenden", teilten beide Unternehmen mit. Der Friedensschluss war unter Vermittlung der chinesischen und französischen Regierung zustande gekommen. Danone will in China nun auf eigene Faust weitermachen.

Über den Preis, den Danone für seinen Anteil am Joint-Venture bekommt, machten die Franzosen keine Angaben. Laut dem chinesischen Caijing Magazine erhalten die Franzosen aber lediglich 300 Mio. Euro. Das wäre die Hälfte des Wertes, auf den Analysten den Anteil taxieren. Die Finanzexperten begrüßten dennoch die Nachricht, dass der Dauerstreit der beiden Partner nun ein Ende findet.

Danone hatte das Gemeinschaftsunternehmen für Säfte und Softdrinks 1996 gemeinsam mit dem chinesischen Self-Made-Milliardär Zong Qinghou gegründet. Qinghou hatte zuvor aus einem Zulieferer für Schulgetränke ein Getränke-Imperium aufgebaut.

2007 kam es zwischen Danone und dem chinesischen Partner zum Bruch: Die Franzosen warfen Qinghou vor, insgeheim über Nebenfirmen Getränke unter dem Markennamen "Wahaha" zu vertreiben und damit in die eigene Tasche zu wirtschaften - "Wahaha" heißt auf chinesisch "lachendes Kind".

Daraufhin begann ein juristischer Kleinkrieg: Über 30 Rechtsverfahren wurden von beiden Seiten angestrengt. Zuletzt musste sich das Schlichtungsinstitut in Stockholm damit befassen. Im Juli 2008 teilten die Anwälte von Qinghou mit, dass Danone seine Anteile an dem Joint-Venture nur zu umgerechnet 1,62 Mrd. Euro abgeben wolle, eine Zahl, die Danone nie bestätigte.

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