Nach Tarifverhandlungen
IG Metall sieht Zeitarbeit als Chance für Ingenieure

Zeitarbeit wird für einfachere Arbeit künftig an Bedeutung verlieren, stattdessen wird sie sich auf hochqualifizierte Tätigkeiten konzentrieren. Das erwartet die IG Metall nach ihren jüngsten Tarifabschlüssen.
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Düsseldorf„Leiharbeit wird sich mehr auf hochqualifizierte Tätigkeiten konzentrieren“, sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Ingenieurleistungen und Projektarbeit, bei denen die Lohnkosten meist nicht entscheidend seien, rückten damit in den Vordergrund. „Die Leiharbeit wird sich wandeln und aus der Schmuddelecke des Billiglohns herauskommen müssen“, sagte Hofmann voraus.

Die IG Metall hatte mit den Zeitarbeitsverbänden vereinbart, dass Zeitarbeiter bei Einsäten in Metall-Betrieben künftig Lohnzuschläge von bis zu 50 Prozent erhalten. Der Tariflohn für Hilfsarbeiter steigt damit bei Einsätzen von mehr als neun Monaten Dauer auf 12,88 Euro pro Stunde.  Nach einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall sind bisher die Hälfte der rund 240.000 Zeitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie un- und angelernte Kräfte. 40 Prozent sind Facharbeiter, zehn Prozent sind Meister, Techniker oder Ingenieure.

Neben den höheren Lohnkosten werde auch die stärkere Mitsprache der Betriebsräte in der Industrie die Bedeutung der Zeitarbeit verändern, erwartet.  Im neuen Metall-Tarifvertrag, den Hofmann  als Verhandlungsführer durchgesetzt hat, sind unter anderem konkrete Bedingungen definiert, unter denen Betriebsräte dem Einsatz von Zeitarbeitern widersprechen können. Damit sei „ein stumpfes Schwert deutlich geschärft“ worden, sagte er. Insgesamt gebe es nun „ein Regelwerk, mit dem – wenn es die Betriebsräte offensiv nutzen – Problemfälle wie etwa BMW Leipzig keine Zukunft mehr haben“. BMW beschäftigt in Leipzig etwa ein Drittel des Personals als Zeitarbeiter.

Ihren Kampf für strengere gesetzliche Vorschriften zur Begrenzung der Zeitarbeit gibt die IG Metall trotzdem nicht auf. „Der jetzige Tarifabschluss ist ein erster Schritt“, sagte Hofmann. Die Politik sei aber „weiter in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen von Leiharbeit grundsätzlich neu zu ordnen“. Das Prinzip gleicher Löhne für Zeit- und Stammkräfte müsse gestärkt, der Spielraum für befristete Arbeitsverträge mit Zeitarbeitern eingegrenzt werden.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Nach Tarifverhandlungen: IG Metall sieht Zeitarbeit als Chance für Ingenieure"

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  • Im IT-Support ist Zeitarbeit der Weg in den Abstieg. Weiterbildung gibt es nicht - in der weiterbildungsintensivsten Branche von allen. Die Zeitarbeitsfirmen wissen, daß sie keine passenden Nachfolgeprojekte haben, insofern ist es ihnen egal, ob ihre Arbeitskräfte weitergebildet werden. Als IT-Systemelektroniker kann man seinen Abschluß machen, 10 Jahre später sind die Kenntnisse veraltet, und dann ab zum Amt! Langzeitarbeitslos.

  • Sie haben keine Ahnung wie die Wirklichkeit aussieht!!!
    Bin schon 2 Jahre Leiharbeiter! Leiharbeit ist Sklavenarbeit und das im 21. Jahrhundert!!!

  • genau so ist es. ich bin auch leiharbeiter (schon 2 jahre)und verdiene um einiges weniger. mache aber die gleiche arbeit bei längerer wochenarbeitszeit.

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