Nach Todesfällen
Produktion von Heparin gestoppt

Das US-Unternehmen Baxter Healthcare hat die Herstellung seines Blutverdünnungsmittels Heparin gestoppt. Das Medikament hatte allergische Reaktionen bei Hunderten von Patienten ausgelöst, vier Menschen starben.

HB NEW YORK. Nach mehreren Todesfällen hat das US-Unternehmen Baxter Healthcare die Herstellung seines Blutverdünnungsmittels Heparin gestoppt. Das vor allem bei der Dialyse und zur Therapie von Thrombosen eingesetzte Medikament hatte bei Hunderten von Patienten schwere allergische Reaktionen ausgelöst, mindestens vier Menschen starben, berichtete die "New York Times" am Dienstag. In Deutschland wurde das Mittel nach Unternehmensangaben nicht verkauft. Die Baxter Deutschland GmbH habe kein Heparin-Produkt auf dem Markt, sagte deren Pressesprecherin Jutta Brenn-Vogt.

Das US-Unternehmen Baxter Healthcare, das ungefähr die Hälfte des US-Bedarfs liefert, hat die Produktion von hoch dosierten Ampullen inzwischen eingestellt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA genehmigte jedoch den weiteren Vertrieb der bereits produzierten Chargen, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Die Ärzte sollten aber möglichst geringe Dosen verabreichen und die Patienten genau beobachten.

Zu den festgestellten Reaktionen gehörten Atemprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und ein starker Blutdruckverlust, der in einigen Fällen einen tödlichen Schock auslöste. Sie waren dem Bericht zufolge erstmals Ende vergangenen Jahres aufgefallen, als einige kleine Dialyse-Patienten wenige Minuten nach der Heparin-Injektion unter massiven Reaktionen litten.

Die daraufhin eingeleitete Untersuchung zeigte Nebenwirkungen in 350 Fällen. Die meisten traten Ende Dezember und im Januar auf, 40 Prozent wurden als ernst eingestuft. Baxter-Sprecherin Erin Gardiner erklärte, die Firma habe ihre Heparin-Produktion seit mehreren Jahren nicht verändert. Der Konkurrent APP kündigte an, sein Angebot stark zu erhöhen.

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