Nach Trennung von Chrysler
Zetsche will Daimler im Alleingang wieder stark machen

Daimler-Chef Dieter Zetsche will den Konzern nach der Abtrennung von Chrysler im Alleingang wieder nach vorne bringen. Für die Führungskräfte des Unternehmens nicht ganz unwichtig sein dürfte eine Entscheidung, die Zetsche demnächst treffen will.

HB STUTTGART. Bei großen Zusammenschlüssen in der Autobranche wolle Daimler vorerst keine Rolle spielen, sagte Zetsche dem „Wall Street Journal“. Die Gefahr, selbst Übernahmekandidat zu werden, sei nach der Trennung von Chrysler zudem gesunken, bekräftigte er. Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 40 Prozent an Wert gewonnen, so dass der Konzern inzwischen auf einen Börsenwert von rund 65 Milliarden Euro kommt.

Der Autobauer hatte am Montag die Trennung von der defizitären US-Tochter Chrysler angekündigt. Daimler verkauft gut 80 Prozent für 5,5 Milliarden Euro an den US-Investor Cerberus. Der Großteil der Summe geht aber an Chrysler. Unter dem Strich belastet die Rückabwicklung des vor neun Jahren vollzogenen Zusammenschlusses die Bilanz des Stuttgarter Konzerns in diesem Jahr mit drei bis vier Milliarden Euro. Den tatsächlichen Kapitalverlust daraus bezifferte Daimler für 2007 auf 500 Millionen Euro.

Umgerechnet knapp 900 Millionen Euro fließen allein in die Chrysler-Pensionskasse, wie der Chef der US-Autogewerkschaft UAW und zugleich Daimler-Chrysler-Aufsichtsratsmitglied, Ron Gettelfinger, am Mittwoch in Detroit erklärte. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte darauf am Donnerstag, mit dem Verkauf von Chrysler sei das Thema Pensionsverpflichtungen abgedeckt. Die genannte Summe sei Teil der Transaktion, fügte er auf die Frage nach möglicherweise zusätzlichen Belastungen für Daimler hinzu. Nähere Details hatte bereits der Vorstand zu Wochenbeginn nicht nennen wollen.

Ob Daimler nach der Trennung von Chrysler wieder Deutsch zur Unternehmenssprache macht, soll sich Zetsche zufolge in Kürze entscheiden. Er selbst ziehe Englisch vor, allerdings sei es möglicherweise effizienter, zum Deutschen zurückzukehren, sagte er der „New York Times“.

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