Nach Übernahme
Whirlpool will „Kitchenaid“ in Europa einführen

Der amerikanische Hausgerätekonzern Whirlpool will die Marken des kürzlich übernommenen Konkurrenten Maytag auf jeden Fall erhalten.

Das bestätigte Mike Todman, der für das internationale Geschäft von Whirlpool zuständige Vorstand, gegenüber dem Handelsblatt. Maytag habe ein großes Portfolio an Marken, die nach Ansicht von Todman zwischen der Whirlpool-Premiummarke „Kitchenaid“ und „Whirlpool“ positioniert werden sollten.

Der Vorstand des amerikanischen Hausgerätekonzerns will in den nächsten 30 bis 60 Tagen entscheiden, welche Änderungen bei dem Konkurrenten nötig werden. „Wir besuchen alle Werke von Maytag und werden dann entscheiden, wo wir was produzieren werden“, sagte Todman. Jetzt sei es noch zu früh, um zu sagen, ob es eventuelle Überkapazitäten gebe.

Whirlpool als bisherige Nummer zwei im Hausgerätemarkt hatte Ende März von den Kartellbehörden in den USA die Genehmigung erhalten, den Konkurrenten Maytag ohne Auflagen zu übernehmen. Whirlpool wird rund 1,7 Mrd. Dollar zahlen und steigt dadurch mit einem gemeinsamen Umsatz von 19 Mrd. Dollar zum weltweiten Marktführer vor dem schwedischen Konzern Electrolux auf.

Die Genehmigung der Übernahme ohne Auflagen hatte für großes Aufsehen gesorgt. Kritiker hatten moniert, dass Whirlpool dadurch besonders bei Waschmaschinen und Trocknern in den USA Marktanteile von 50 bis 70 Prozent erhalte. Die amerikanischen Wettbewerbsbehörden begründeten die Genehmigung mit starkem Wettbewerb ausländischer Anbieter und Vertriebsmöglichkeiten durch große US-Einzelhandelsketten für alle Anbieter. Whirlpool kam bisher auf einen weltweiten Umsatz von 14,3 Mrd. Dollar, während der vor allem auf den US-Markt konzentrierte Maytag-Konzern 4,9 Mrd. Dollar Umsatz auswies.

Kritik an der Übernahme gab es vom europäischen Konkurrenten Bosch-Siemens. „Das neu entstandene Unternehmen erhält durch diesen Zusammenschluss insbesondere im Bereich Waschen eine ungewöhnlich dominante Marktposition“, teilte das Unternehmen mit. „Wir sind überrascht, dass diesem Merger vom amerikanischen Kartellamt ohne besondere Auflagen zugestimmt wurde.“ Dagegen sieht Electrolux-Chef Hans Straberg für seinen Konzern auch Chancen. „Wir vertrauen auf unsere Fähigkeit, in diesem Umfeld unseren Marktanteil aggressiv zu steigern.“ Electrolux sieht sich auf dem US-Markt mit einem Anteil von 23 Prozent als die Nummer drei nach Whirlpool und General Electric. „Wir wissen, dass komplizierte Übernahmen immer Gelegenheiten für Wettbewerber eröffnen, und werden diese zu nutzen wissen“, sagte Straberg.

Die Analysten von Raymond James in den USA haben nach der Genehmigung das Kursziel für Whirlpool erhöht. Die Citigroup empfiehlt, die Aktie zu halten und sieht erst mittelfristig Einsparpotenziale. Die Aktie war im Anschluss kurz von 90 auf 96 Dollar geklettert, ist inzwischen aber wieder auf Kurse um 91 Dollar gefallen.

Für Europa erwartet der Europa-Chef von Whirlpool, Marc Bitzer, durch die Fusion keine großen Auswirkungen. Außerhalb der USA habe Maytag bisher nur einen Umsatz von 200 bis 300 Mill. Dollar erzielt. „Die Marke Maytag wird nicht nach Europa kommen“, sagte Bitzer in Stresa. In Europa arbeitet der Konzern vor allem mit den Marken Whirlpool und Bauknecht.

Dafür will Whirlpool die Marke „Kitchenaid“ in Europa einführen. Die in Europa bisher nur für Küchenmaschinen der Luxusklasse bekannte Marke soll künftig für Einbaugeräte des obersten Segmentes stehen. Mit Investitionen von 30 Mill. Dollar soll die Einbaugeräte-Marke in diesem Jahr in Italien und Frankreich eingeführt werden, in den nächsten Jahren auch in Deutschland und der Schweiz.

„Bis zum Jahr 2008 möchte Whirlpool der zweitgrößte Hersteller von Einbaugeräten in Europa werden“, sagte Bitzer. Dafür nötig sei ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent pro Jahr. Unangefochtener Marktführer bei Einbaugeräten in Europa ist bisher die Bosch-Siemens-Gruppe. In den USA sieht sich Whirlpool bei Einbaugeräten mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent auf dem zweiten Rang nach Marktführer General Electric.

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