Nach Übernahme-Zulassung
MAN und VW freuen sich auf gemeinsame Zukunft

Nachdem die EU-Kommission keine Einwände gegen die Übernahme von MAN durch VW hat, plant der LKW-Hersteller mit einem größeren Wachstum. Noch fehlt aber die Zustimmung aus Frankreich und der Schweiz.

München, Hamburg, StockholmSeit gestern Nacht ist es offiziell: Die EU-Kommission ist damit einverstanden, dass Europas größter Autohersteller Volkswagen die Mehrheit an dem Lastwagenbauer MAN übernimmt. Das Vorhaben beeinträchtige nicht den Wettbewerb in Europa, teilten die obersten Fusionskontrolleure mit. Auch nach dem Zusammenschluss gebe es auf dem Markt für Busse und Lastwagen viele starke Anbieter wie etwa Daimler und Volvo. Die Behörde gab die Aufstockung der VW-Anteile bei MAN über die 50-Prozent-Schwelle ohne Auflagen frei.

Sobald Frankreich und die Schweiz - die separat prüfen - ebenfalls zustimmen, kann Volkswagen MAN mit seiner Lkw-Beteiligung Scania ganz eng zusammenführen. Die Aktien der beiden Unternehmen legten zum Handelsstart heute morgen deutlich zu: Man um rund sechs Prozent, VW knapp vier Prozent.

Seit Monaten laufen bei VW die Rechenspiele: Allein durch gemeinsamen Einkauf lassen sich laut VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch kurzfristig 200 Millionen Euro sparen. Im zweiten Schritt soll die Entwicklung neue Modelle und Motoren vorangetrieben werden. Bei einer vollen Verzahnung rechnen Experten mit mindestens einer halben Milliarde Euro an Synergien.

Für die Manager in Wolfsburg zeichnet sich damit absehbar das Ende einer Hängepartie ab. Vor allem Chefaufseher Ferdinand Piëch dringt seit Jahren auf einen Zusammenschluss von Scania und MAN unter dem Dach von VW. Lange zogen sich die Gespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Schweden hin. Erst mauerten die Beteiligten, weil sie ihre Eigenständigkeit bedroht sahen. Dann murrte die EU-Kommission, weil MAN und Scania keine Gespräche über gemeinsame Einkäufe führen durften, solange sie rechtlich eigenständig waren. Erst ein Übernahmeangebot von Volkswagen an MAN brachte die Wende. VW hält seit Anfang Juli 56 Prozent der MAN-Stimmen. Aber ohne die Freigabe der EU durfte VW die Stimmrechte nicht ausüben.

Doch hinter den Kulissen werden wichtige Weichen gestellt. MAN plant neue Investitionen am Stammsitz München, um dort die Kapazitäten zu erhöhen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Insbesondere die Lackiererei und die Entwicklungskapazitäten sollen ausgebaut werden, hieß es am Montag. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits 350 Millionen Euro in den Standort geflossen sind, könnte noch einmal ein dreistelliger Millionenbetrag in das Werk investiert werden. "MAN investiert permanent in seine Werke", sagte ein Sprecher auf Anfrage.

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Piëch will Unruhe unter den Beschäftigten vermeiden

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