Nach Valeo-Übernahme
Leoni peilt Jahresumsatz von drei Milliarden Euro an

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni ist zu Jahresbeginn kräftig gewachsen. Vor allem dank der Übernahme der Bordnetzsparte von Valeo stieg der Umsatz des Kabelherstellers im ersten Quartal stark.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz legte um 31 Prozent auf 771 Mill. Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) ging wegen Abschreibungen in Folge des Zukaufs um drei Prozent auf 34 Mill. Euro zurück. Der Markt honorierte die Nachrichten: Die im MDax gelistete Leoni-Aktie notierte am frühen Nachmittag knapp zwei Prozent im Plus.

Leoni-Chef Klaus Probst bekräftigte das Ziel, den Umsatz im Geschäftsjahr auf mindestens drei Mrd. Euro zu steigern von 2,37 Mrd. in 2007. Abschwächungstendenzen seien auf den wichtigen Märkten "ungeachtet der zunehmend vorsichtigen Aussagen der Konjunkturforscher" nicht zu erkennen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll bei rund 140 Mill. Euro liegen - zehn Mill. mehr als im Vorjahr. Leoni mit inzwischen mehr als 52 000 Mitarbeitern sei international breit aufgestellt und habe unterschiedliche Kundengruppen, hieß es zu Begründung.

Wachstum erhofft sich Leoni von beiden Sparten. Im Segment Bordnetzsysteme, in das die Valeo-Sparte unter dem Namen "Leoni Wiring Systems France (LWS)" seit Januar eingegliedert ist, legte der Umsatz in den ersten drei Monaten 2008 auf rund 411 Mill. Euro zu (Vorjahr knapp 263 Mill.). Mehr als ein Drittel davon entfiel auf LWS, dessen Integration bis Jahresende endgültig abgeschlossen sein soll.

Dank LWS France kann Leoni bei seinen Bordnetzsystemen inzwischen auch die Autobauer PSA und Renault-Nissan zu seinen Kunden zählen. Bislang gehörten etwa Mercedes mit seiner A- und B-Klasse sowie BMW mit der 1-er und 3-er Reihe zu den Hauptumsatzträgern.

Im Bereich Draht und Kabel legten die Erlöse im Berichtszeitraum um elf Prozent zu auf knapp 360 Mill. Euro. Hier habe unter anderem das Geschäft mit Spezialkabeln für Infrastrukturprojekte geboomt, teilte Leoni mit. Der Konzern liefert etwa Energie- und Sicherheitskabel für den Ausbau des Gotthard-Tunnels in der Schweiz.

Leoni-Chef Probst machte am Mittwoch keine Angaben zu eventuellen weiteren Zukäufen, sondern verwies auf noch laufende Verhandlungen über bereits angekündigte Geschäfte. Im März gaben die Nürnberger etwa bekannt, in Südkorea zu expandieren und zunächst 50 Prozent an dem dortigen Bordnetz-Hersteller Daekyeung zu übernehmen. Hier steht die Zustimmung der Kartellbehörden noch aus.

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