Nach VDO-Übernahme
Continental prüft Standortschließungen

Der Autozulieferer Continental hat nach der Übernahme von VDO das Aus für mehrere Standorte in Aussicht gestellt. Ziel von Conti ist aber nicht, zu den umsatzstärksten Autozulieferern aufzurücken. Konzernchef Manfred Wennemer hat andere Pläne.

HB MÜNCHEN. "Wir haben jetzt 200 Standorte weltweit und man muss sich sicher hier und da fragen, ob man die alle braucht", sagte Conti -Chef Manfred Wennemer im Interview mit der "Börsen-Zeitung". Im Fernen Osten gebe es durch den 11,4 Mrd. Euro schweren VDO-Kauf nun etwa jeweils zwei Entwicklungszentren in Schanghai und Yokohama. "Es macht einfach keinen Sinn, dass man das alles doppelt weiterführt. Das heißt aber nicht, dass man die Mitarbeiter nicht braucht. Aber wir werden ganz sicher konsolidieren und damit Kosten herausnehmen."

Wennemer bekräftigte, es sei nicht Ziel von Conti, zu den umsatzstärksten Autozulieferern aufzurücken. "Wir haben nie von irgendwelchen Ranglisten gesprochen, denn Gesamtgröße ist für uns überhaupt kein Maßstab."

Der Manager will künftig einen größeren Umsatzanteil in Asien erwirtschaften. "Im Automotive-Geschäft wollen wir im Umsatzgewicht auf 30 Prozent kommen. Für den Gesamtkonzern sollen es 20 bis 25 Prozent sein. Heute liegen wir bei rund zehn Prozent."

Der Conti -Chef trat Spekulationen entgegen, sein Haus könnte im kommenden Jahr bereits fünf Mrd. Euro des 15 Mrd. Euro schweren Finanzierungspakets zurückführen. "Diese Zahl ist eindeutig falsch. Ich weiß nicht, wo das ganze Geld herkommen sollte. Denn das hieße ja letztlich, dass wir erneut das Kapital erhöhen wollten, und das steht nun überhaupt nicht zur Diskussion."

Die Kreditkrise hat für das Unternehmen aus Hannover zwei Seiten. Zum einen sei Conti nun besser vor hungrigen Finanzinvestoren geschützt, die sich an den Konzern herangepirscht hatten. Zum anderen drücke die Marktkrise auf die Preise für zum Verkauf stehende Kleinsparten von VDO. "Das werden keine Mrd. sein. Man muss ja sehen, dass die Finanzierung für einige Interessenten schwierig geworden ist, um die Finanzinvestoren zum Beispiel ist es ja ganz ruhig geworden." Conti konzentriere sich daher auf Autozulieferer als potenzielle Käufer. Der fränkische Auto-Komponentenhersteller Brose übernimmt das VDO-Geschäft mit Elektromotoren.

Für das traditionelle Reifengeschäft sieht Wennemer nach einer zähen Saison für Winterpneus im kommenden Jahr düstere Zeiten kommen. "Der Endverbraucher kam in Sachen Winterreifenkauf nicht in erwarteter Zahl", sagte er. Conti sei auch nicht mehr optimistisch, das Hauptgeschäft sei gemacht. "Aber das große Fragezeichen ist das Winterreifengeschäft 2008, denn die Reifen liegen ja noch beim Händler", zeigte sich der Vorstandschef skeptisch. "Die Sorge gilt also weniger der abgelaufenen als der kommenden Saison 2008."

Conti habe mit hohen Rohstoffkosten zu kämpfen. "Deshalb sind Preiserhöhungen unabdingbar, vor allem dort, wo wir den Dollar voll zu spüren bekommen", sagte Wennemer. Aber auch in Europa werde der Reifenhersteller im ersten Quartal die Preise hochsetzen.

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