Nach Verwirrung: Gildemeister-Chef erläutert Fusionspläne

Nach Verwirrung
Gildemeister-Chef erläutert Fusionspläne

Gildemeister-Chef Kapitza prescht mit Fusionsplänen mit dem japanischen Partner Mori Seki vor – die Unternehmenssprecherin dementiert die Berichte. Kapitza hat seine Pläne nun auf einer Analystenkonferenz verraten.
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FrankfurtDer Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister plant Analysten und Medienberichten zufolge die Hochzeit mit seinem japanischen Großaktionär Mori Seiki. Firmenchef Rüdiger Kapitza stellte nach Angaben von DZ-Bank- und Commerzbank-Experten am Freitag auf einer Analystenkonferenz in Frankfurt seine Fusionspläne vor. Er habe erklärt, nur als fusioniertes Unternehmen könnten die beiden Werkzeugmaschinenbauer alle Synergien heben. Die Fusion werde aber sicher nicht vor 2015/16 über die Bühne gehen. Eine Gildemeister-Sprecherin sagte dagegen, es gebe "keine konkreten Pläne."

Einem Bericht der "Neuen Westfälischen" zufolge schlägt Kapitza die Gründung eines neuen Unternehmens vor, an dem sich die Aktionäre beider Konzerne zu gleichen Teilen beteiligen sollten. Erstrebenswert wäre ein Doppelsitz in Deutschland und Japan und eine Börsennotierung in beiden Ländern. "Dafür müssen wir die Aktionäre davon überzeugen, dass Eins plus Eins mehr als Zwei ergibt", zitierte das Blatt Kapitza. An der Börse sorgten die Fusionspläne für einen Kursaufschlag der im Nebenwerteindex MDax notierten Gildemeister-Aktien von knapp drei Prozent auf 18,68 Euro.

Gildemeister und Mori Seiki sind seit 2009 verflochten. Inzwischen hält der japanische Wettbewerber rund 20 Prozent an den Bielefeldern. Gildemeister wiederum ist mit 5,1 Prozent an Mori Seiki beteiligt. Immer wieder kochten in den vergangenen Jahren Gerüchte über eine Übernahme von Gildemeister durch Mori Seiki hoch.

Für Gildemeister hat sich die Kooperation mit der 1948 gegründeten Mori Seiki bereits ausgezahlt. Der Partner öffnete dem hiesigen Werkzeugmaschinenbauer die Türen in Asien, wo der Konzern inzwischen 32 Prozent seiner Aufträge hereinholt.

Im Fall einer Fusion würde der weltgrößte Werkzeugmaschinenbauer entstehen mit einem Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro und über 10.000 Beschäftigten. Am Donnerstag hatte Gildemeister Rekordzahlen für 2012 vorgelegt, aber mit seinem verhaltenen Ausblick die Anleger enttäuscht. Auf der Bilanzpressekonferenz äußerte Kapitza keine Fusionspläne. (Reporter: Anneli Palmen; redigiert von Martin Zwiebelberg)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Verwirrung: Gildemeister-Chef erläutert Fusionspläne"

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  • Die Frage ist nicht ob sondern wann.

    Das wird sicher auch maßgeblich vom Börsenkurs der beiden bestimmt.

    Erstmal geht es nun mit AE und Aktienkurs bergab, selbst die Premium-Automobilisten bestellen seit Wochen (!)deutlich weniger.

    Erstaunlicher, daß die Börsianer in diesem Jahr noch soviel Gas gaben. Halt auch nur Menschen mit vielen Hoffnungen.

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