Nach Vorfällen bei Deutscher Telekom und Lidl
BDI ruft Mitarbeiter zu Anzeigen gegen kriminelle Chefs auf

Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat sich für die Einrichtung anonymer Beschwerdestellen in Betrieben ausgesprochen, bei denen Mitarbeiter Straftaten ihrer Vorgesetzten anzeigen können.

HB BERLIN. Der „Bild“-Zeitung sagte Thumann unter Hinweis auf rechtswidrige Machenschaften in Unternehmen wie Lidl, Telekom und Siemens: „In einigen deutschen Firmen gibt es diese Möglichkeit bereits, aber ich wünsche mir, dass mehr Unternehmen freiwillig so verfahren.“

Besonders bei Korruption seien solche anonymen Beschwerdestellen sinnvoll, meinte der BDI-Chef. Er verteidigte die Wirtschaft zugleich gegen pauschale Korruptions-Vorwürfe: „Ich kann nicht bestreiten, dass es derzeit eine Negativserie gibt, aber aus meiner Sicht sind es Einzelfälle. Mehr als 99 Prozent der Unternehmer in Deutschland verhalten sich absolut anständig. Jeden Tag schaffen deutsche Arbeitgeber in diesem Land zusätzlich 1 000 neue Jobs.“ Er warnte davor, „die gesamte deutsche Wirtschaft in Kollektivhaftung für das Fehlverhalten Einzelner zu nehmen.“

Andererseits stimmten offensichtlich „bei einigen Managern die Grundwerte einfach nicht mehr“. Der Image-Schaden durch die Skandale sei immens. „Jeder Fall muss konsequent aufgeklärt und die Verantwortlichen nach unseren Gesetzen verurteilt werden.“

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