Nach Widerstand der Regierung sehen Investoren die Chancen einer Baseler Gegenofferte für Aventis schwinden
Novartis will sich nicht entmutigen lassen

Der Pharmakonzern Novartis zielt trotz des Widerstands der französischen Regierung offenbar weiter darauf, eine Offerte für den Straßburger Konkurrenten Aventis zu unterbreiten. So leicht lasse man sich nicht entmutigen, verlautete am Mittwoch aus der Umgebung der Konzernspitze.

abo/ali/cn/ink/oli/sce/shf PARIS. Vorstandschef Daniel Vasella hatte am Dienstag mitgeteilt, man sei unter bestimmten Bedingungen bereit, formelle Fusions-Verhandlungen mit Aventis aufzunehmen und damit die feindliche Offerte von Sanofi-Synthélabo für Aventis zu kontern.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Les Echos“ stellte Vasella jedoch auch klar, dass eine Fusion nicht gegen den Willen der französischen Regierung in Frage komme. „Wenn wir keine Einigung mit der französischen Regierung erreichen, werden wir das Projekt aufgeben“, sagte er.

Französische Medien hatten am Mittwoch über massive Vorbehalte der Pariser Regierung gegen Novartis berichtet. Finanzminister Francis Mer hat bekräftigt, dass sich seine Regierung ein Mitspracherecht bei eine Pharmafusion sichern will. Der Staat verfüge „über eine bestimmte Anzahl von Möglichkeiten“, bei einem Deal mitzubestimmen, „und dies nicht nur in den Branchen, die man bisher als strategisch bezeichnet hat“, sagte Mer. Premierminister Jean-Pierre Raffarin hatte vergangene Woche gesagt, wegen möglichem Bioterrorismus sehe Frankreich die Pharmabranche als „strategisch“ an. Bisher galt das nur für die Rüstungsindustrie.

Deshalb sehen viele Investoren die Chancen schwinden, dass der Baseler Konzern ein Angebot vorlegt. Zwar müsste Frankreichs Regierung die geltenden Gesetze extensiv auslegen und einen Konflikt mit der EU-Kommission riskieren, um Novartis zu stoppen. Doch so weit werde es wohl kaum kommen, sagt Fondsverwalterin June Scott von Sagitta Asset Management. „Das könnte so unangenehm werden, dass sich das Novartis-Management nicht mehr damit abgeben will.“ Und Frederic Sauvegrain, Managing Director beim Vermögensverwalter Dexia, kommentiert: „Novartis hat sich Zutritt zum Kampf um Aventis verschafft, aber gleich einen Ausgang mit angelegt, durch den man ohne Gesichtsverlust wieder hinaus kommt.“

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