Nach zwei Gewinnwarnungen wachsen die Skepsis der Analysten und der Druck auf das Management
Schering gerät aus dem Tritt

Erstmals seit langem hat der Berliner Konzern Schering einen Rückgang bei Betriebs- und Reingewinn verbucht. Für 2004 ist mit weiteren Einbußen zu rechnen.

FRANKFURT/M. Verunsichert von zwei Prog- nose-Revisionen binnen eines halben Jahres warten Analysten gespannt darauf, wie das Managements reagieren will. Die Hoffnung, dass Vorstandsvorsitzender Hubertus Erlen bereits am kommenden Freitag zusammen mit den Jahreszahlen 2003 auch eine neue Strategie präsentieren wird, erhielt jedoch einen Dämpfer. Denn eine für diesen Tag vorgesehene Analystenkonferenz wurde überraschend verschoben.

Ein Sprecher des Unternehmens verweist auf die bisherigen Äußerungen des Firmenchefs. Der hatte bereits im Herbst den Rückzug aus verschiedenen Forschungsgebieten wie Alzheimer und Parkinson sowie eine stärkere Fokussierung der Produktpalette angekündigt. Analysten ist das zu vage. „Die Grundstimmung ist eher negativ“, beschreibt Sabine Eberhardt von Merck Fink & Co die kritische Haltung vieler Anleger gegenüber Schering. Ohne größere Einschnitte, so die Einschätzung vieler Experten, wird Schering kaum zum früheren Kurs zurückfinden. „Es muss mehr Bewegung in den Konzern kommen“, fordert der Experte einer US-Investmentbank.

Die Skepsis um Schering steht in klarem Kontrast zu der in vieler Hinsicht fast mustergültigen Entwicklung des Unternehmens in den 90er Jahren. Als erstes der deutschen Chemie- und Pharma-Konglomerate forcierten die Berliner bereits 1992 die Konzentration auf Pharma. Eine geschickte Nischenstrategie mit den drei Standbeinen Hormonprodukte, In-vitro-Diagnostika und Spezial-Arzneimittel erlaubte anschließend ein stetiges, wenn auch unspektakuläres Wachstum.

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