Nach Zwischenbilanz
Deutz kommt mit Motorenproduktion nicht nach

Die Motoren von Deutz für Baumaschinen und Nutzfahrzeuge finden weltweit reißenden Absatz. Doch der Boom hat seine Kehrseite: Um die hohe Nachfrage zu stillen, muss das Unternehmen tiefer in die Tasche greifen als bisher.

HB KÖLN. Bis zum Jahresende will das Kölner Traditionsunternehmen nun 280 000 bis 290 000 (Vorjahr: 237 000) Motoren verkaufen, bis zu 53 000 mehr als 2006 und bis zu 30 000 mehr als bisher geplant. Der Boom hat jedoch eine teure Kehrseite: Um die Aufträge rasch abzuarbeiten, setzt Deutz beim Teile-Bezug und der Auslieferung verstärkt auf Luftfracht statt auf den Transport per Schiff. Das habe im ersten Halbjahr für Mehrkosten von elf Mill. Euro gesorgt, sagte Konzernchef Gordon Riske, der im Oktober zum Gabelstaplerkonzern Kion wechselt. Bis auf wenige Stunden für die Wartung am Sonntag laufe die Produktion permanent.

„Wir sind zuversichtlich, die 290 000 Motoren zu bauen“, sagte Riske. Die Nachfrage wäre um bis zu 15 000 Stück höher. Von Januar bis Juni setzte Deutz bereits 135 000 Motoren ab, ein Plus von 24 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Auch mit Gewinn und Umsatz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, woraufhin der Aktienkurs zeitweise um mehr als drei Prozent zulegte. Das Betriebsergebnis stieg um gut ein Viertel auf 43 Mill. Euro. Wegen der Zusatzkosten konnte das Wachstum aber nicht mit dem Umsatz mithalten, der um gut 30 Prozent auf 840 Mill. Euro kletterte. Finanzvorstand Helmut Meyer sagte, die Mehrkosten sollten in der zweiten Jahreshälfte mit „deutlich unter elf Mill. Euro“ zu Buche schlagen.

Deutz will sich auf das Geschäft mit Kompaktmotoren für Bau- und Landmaschinen sowie Nutzfahrzeuge konzentrieren. Am Montag hatte das Unternehmen den Verkauf der Tochter Power Systems angekündigt, die Motoren für die dezentrale Energieerzeugung fertigt. „Wir erwarten daraus einen Buchgewinn im dreistelligen Millionenbereich“, sagte Meyer. Deshalb werde der Überschuss 2007 nun um einen dreistelligen Millionenbetrag steigen; bisher hatte Deutz mit einem zweistelligen Millionen-Zuwachs gegenüber den 2006 erwirtschafteten 61,5 Mill. Euro gerechnet. An der geplanten Dividende von zehn bis 15 Cent je Aktie soll sich aber nichts ändern, weil Deutz mit den Einnahmen aus dem Verkauf die Kapazitäten ausbauen wolle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%