Nachahmer-Medikamte
Preisverfall dezimiert Wachstum im Generikamarkt

Umsatzeinbußen im US-Markt und schwache Aussichten für Europa trüben die Perspektiven für patentfreie Nachahmer-Medikamte, sogenannte Generika. Ein verschärfter Preiskampf und neue Konsolidierungsrunden machen den patentfreien Arzneien zu schaffen - warum das Geschäft mit Generika überraschend stark an Schwung verloren hat.

FRANKFURT. Das gilt nicht nur für den deutschen Markt, wo gerade die AOK mit neuen Rabattverträgen den Preisdruck verstärkt. Auch auf globaler Ebene wird ein nach wie vor starkes Wachstum der Absatzmengen durch den Preisverfall für diese Medikamente weitgehend aufgezehrt.

Jüngsten Daten des Marktforschungsunternehmens IMS Health zufolge, legte der Generikamarkt in den zwölf Monaten bis September 2008 global nur noch um 3,7 Prozent auf 78 Mrd. Dollar zu. In den USA verbuchte die Branche sogar ein Minus von knapp drei Prozent. Das Wachstum in diesem Segment des Pharmamarktes blieb damit nicht nur deutlich hinter den zweistelligen Steigerungsraten der Vorjahre zurück, sondern auch hinter bisherigen Prognosen der Marktforscher.

Bislang galt es stets als ausgemacht, dass die Umsätze mit patentfreien Arzneien stärker wachsen würden als der gesamte Pharmamarkt. Entsprechende Prognosen basierten vor allem auf den absehbaren Patentabläufen bei Originalmedikamenten, durch die sich immer wieder neue Marktpotenziale für Generikafirmen wie Teva, Sandoz oder Stada eröffneten. So geht IMS geht davon aus, dass bis 2012 in den acht wichtigsten Märkten Originalprodukte mit fast 140 Mrd. Dollar den Patentschutz verlieren.

Die jüngsten Daten sprechen indessen dafür, dass von diesem theoretischen Marktpotenzial in den Kassen der Generikafirmen nur noch ein kleiner Bruchteil ankommt. Grund ist ein beschleunigter Preisverfall bei vielen Wirkstoffen nach Patentablauf. "Wir sehen in den meisten großen Märkten einen verschärften Preiswettbewerb", sagt IMS-Manager Murray Aitkin. Vor allem in den in den USA, Großbritannien und den Niederlanden lastet diese Entwicklung inzwischen deutlich auf dem Geschäft wie auch auf den Ertragsperspektiven der Generikafirmen.

So zeigen auch die jüngsten Quartalszahlen aus der Branche, dass die rein organischen Wachstumsraten vielfach bereits mager ausfallen. Die hohen Steigerungsraten sind überwiegend durch umfangreiche Akquisitionen bedingt.

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