Nachahmermedikamenten
Teva hat ehrgeizige Expansionspläne

Der weltweit größte Hersteller von Nachahmermedikamenten, die israelische Firma Teva, will in den nächsten fünf Jahren in Europa den Umsatz mehr als verdoppeln: von derzeit knapp 2,3 Mrd. Dollar auf dann rund 5,7 Mrd. Dollar. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll mindestens so schnell wachsen wie der Umsatz.

FRANKFURT. Das sagte Teva-Europachef Gerard Van Odijk im Gespräch mit dem Handelsblatt. Teva gehört neben Sandoz und Ratiopharm zu den führenden Anbietern in Europa. Die Strategie des Unternehmens ist ehrgeizig: Die geplanten jährlichen Wachstumsraten von etwa 20 Prozent liegen weit über den von Marktforschern erwarteten Zuwachsraten für den europäischen Generikamarkt: Der soll jährlich um durchschnittlich sieben Prozent wachsen.

Die Konkurrenz zeigt sich dennoch gelassen: "Auch Stada mit dem europäischen Fokus verdoppelt innerhalb von fünf Jahren regelmäßig den Umsatz. Teva hat also keine ungewöhnlichen Wachstumsziele in Europa. Warum sollten wir uns bedroht fühlen?", kommentiert der Stada-Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff.

Teva-Europachef Van Odijk sieht vor allem in den südlichen EU-Ländern Italien, Frankreich und Spanien noch erhebliches Wachstumspotenzial. Der Marktanteil für Nachahmerprodukte liegt dort meist noch unter 15 Prozent, während in entwickelten Generika-Märkten wie Deutschland und Großbritannien weit über 50 beziehungsweise 60 Prozent der Medikamente preisgünstige Kopien sind.

Die europäischen Expansionspläne sind Teil einer weltweiten Wachstumsstrategie, die der seit einem Jahr amtierende Teva-CEO Shlomo Yanai seinem Unternehmen verordnet hat. Danach sollen sich Umsatz und Gewinn bis 2012 verdoppeln. Teva muss damit schneller wachsen als bisher: 2007 steigerte das Unternehmen den Umsatz um zwölf Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar - bei zwei Mrd. Dollar Nettogewinn.

Bei der Planumsetzung geht Teva aggressiv vor: In den USA ist die Firma häufig mit Generika am Start, bevor der Patentschutz der Originalmedikamente ausgelaufen ist. Klagen von den Originalherstellern in nimmt der Konzern dabei in Kauf, weil dem ersten Nachahmerprodukt in den USA jeweils sechs Monate lang Schutz vor Konkurrenz durch weitere Generika zugesichert wird.

Teva profitiert von einem Gesetz in seinem Heimatland Israel, das es Generika-Firmen erlaubt, mit Forschung und Registrierung schon zu einem Zeitpunkt einzusetzen, an dem der Patentschutz noch gilt. Die US-Regierung übt Druck auf Israel aus, die im so genannten Teva-Gesetz vorgesehene Frist so zu verkürzen, dass Forschungsarbeiten an Generikaprodukten erst nach dem Ablauf des Patentschutzes aufgenommen werden dürfen. Bisher aber ohne Erfolg.

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