Nachfolgeregelung: VW-Chef Winterkorn will Piëch werden

Nachfolgeregelung
VW-Chef Winterkorn will Piëch werden

VW-Chef Martin Winterkorn denkt an die Zukunft – an die des Konzerns, und an seine eigene. Was die angeht, da kann sich „Wiko“ gut vorstellen, Konzernpatriarch Ferdinand Piëch zu beerben. Und wer seine Nachfolge antreten könnte, da hat Winterkorn auch schon ganz gute Vorstellungen. Doch der Chefwechsel beim traditionell straff geführten Wolfsburger Konzern ist heikel. Auch für Winterkorn.
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WOLFSBURG. Martin Winterkorn leidet an einer typischen Managerkrankheit: Er kann nichts dem Zufall überlassen. Sein eigenes Leben jedenfalls hat der Chef von Volkswagen bis weit in die Zukunft hinein verplant: Zunächst will er seine Vertragsverlängerung. Den Job in der Konzernführung wird er voraussichtlich bis zum Jahr 2015 ausüben. Danach aber strebt er an, seinen Mentor, den heute 73-jährigen Ferdinand Piëch, an der Spitze des Aufsichtsrats zu beerben – was jedoch möglicherweise gar nicht so leicht sein wird. Denn laut Gesetz ist der direkte Wechsel vom Chefsessel des Vorstands an die Spitze des Kontrollgremiums eigentlich nur nach einer Karenzzeit von zwei Jahren vorgesehen.

Damit nicht genug. Winterkorn plant nicht nur für sich, sondern auch für andere. In dem am Freitag erscheinenden Buch „Antrieb für die Zukunft. Wie VW und Toyota um die Pole-Position ringen“ spricht er erstmals darüber, was sein Nachfolger mitbringen muss. Nämlich vor allem eine Ingenieurausbildung. Ein Car-Guy müsse es sein, einer, der Benzin im Blut hat, einer wie er – und natürlich wie Piëch. Das Buch haben mehrere Journalisten gemeinsam mit dem Unternehmensberater Engelbert Wimmer geschrieben. Sie haben Winterkorn dafür interviewt.

Bei alledem, so betont der Volkswagen-Chef mit Blick auf seine Zukunftspläne, geht es ihm nur darum, die Kontinuität bei VW zu sichern.

Wenn Winterkorn über seinen Konzern räsoniert, schwingt derselbe Wille zum Erfolg mit, der ihn zum Leid vieler Ingenieure selbst kleine Details neuer Modelle zur Chefsache machen lässt. Loslassen fällt einem wie Winterkorn im Vollbesitz der Macht schwer.

Er ist sich bewusst, wie heikel der Chefwechsel bei Volkswagen ist

Der VW-Chef spricht in dem Interview über die Beziehung zum Aufsichtsratsvorsitzenden Piëch. Der habe vier Jahrzehnte Erfahrung in der Autoindustrie. „Egal ob Zwölfzylinder oder Audi R8 – auch ich brauche einen kritischen Gesprächspartner und habe in Piëch den perfekten Partner gefunden“, sagt Winterkorn. „Wenn es so weit sein soll, kann ich mir eine solche beratende Rolle auch vorstellen.“

Intern gilt es als ausgemacht, dass Winterkorn voraussichtlich 2015 Chefaufseher werden dürfte. Piëch will nach eigenem Bekunden mindestens bis zur Hauptversammlung 2012 bleiben.

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  • Herr Schäfer: Selbstverständlich ist es notwendig, sich Hintergrundwissen zu einzelnen Unternehmen anzueignen. Oberflächlichkeit und Uninformiertheit sind für investoren in Wirtschaft und börse tödlich.

  • Sind Sie ganz sicher, daß derartige Schlagzeilen und auch die inhaltlichen Mutmaßungen auf die Titelseite einer Zeitung gehören, die von sich behauptet "Deutschlands Wirtschafts- und Finanzzeitung" zu sein?

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