Nachfrage
Airbus sieht Bedarf für 25 000 neue Flugzeuge

Airbus bleibt optimistisch: Langfristig zeige der Trend für die Luftfahrt nach oben, betonen die Manager des Flugzeugbauers und erwarten einen Anstieg der Bestellungen. Besonders der Zwang zu leiseren Maschinen mit weniger Kerosinverbrauch treibe die Nachfrage an.

PARIS/LONDON. Der Flugzeugbauer Airbus erwartet nach dem Ende der weltweiten Wirtschaftskrise einen beispiellosen Boom im Flugzeugbau. In den kommenden 20 Jahren würden 25 000 neue Passagier- und Frachtmaschinen im Wert von 3,1 Bio. Dollar gebraucht, erklärte Airbus. Die Fluggesellschaften hätten 2028 dann doppelt so viele Maschinen mit mehr als 100 Plätzen im Einsatz wie heute. Boeing sieht sogar einen Bedarf für 26 900 Verkehrsmaschinen mit mehr als 100 Plätzen bis 2028.

Durch die Weltwirtschaftskrise steckt die Luftfahrtbranche derzeit in einer tiefen Krise. Der Branchenverband IATA erwartet, dass die Airlines am Jahresende einen Fehlbetrag von elf Mrd. Dollar verkraften müssen. Diese trüben Aussichten, können dem Optimismus von Airbus aber nichts anhaben. „Wir haben schon viele zyklische Krisen durchschritten, der langfristige Aufwärtstrend ist in Kraft“, betonte John Leahy, Chief Operating Officer bei Airbus. Die Entwicklung des Luftverkehrs sei an die Entwicklung der Weltwirtschaft gekoppelt. „Wer daran glaubt, dass die Weltkonjunktur wieder anspringt, der muss auch an das weitere Wachstum des Flugverkehrs glauben“, betonte Leahy.

In diesem Jahr wird Airbus nach Leahies Worten wohl rund 480 Maschinen ausliefern, das liege in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Einige Fluggesellschaften hätten Bestellungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Mit der Stornierung von Aufträgen rechnet der Airbus-Manager aber nicht, weil auch die Fluggesellschaften den langfristigen Aufwärtstrend im Blick haben müssten.

Neben dem wachsenden Flugverkehr treibt der Zwang zum Einsatz leiserer Maschinen mit weniger Treibstoffverbrauch den Absatz. Außerdem zwingt der Stau an den Flughäfen zum Einsatz größerer Flugzeuge auch auf kürzeren Strecken. 2028 würden Flugzeuge im Schnitt ein gutes Viertel größer sein als heute, meint Airbus. Das senke den CO2-Ausstoß pro Passagier und entlaste die Startkapazitäten der Flughäfen.

Fast jeden fünften Dollar werden die Fluggesellschaften laut Airbus für Großmaschinen mit mehr als 400 Sitzen wie die A380 oder Boeings 747 ausgeben. Bis 2028 würden mehr als 1700 Himmelsgiganten im Wert von 571 Mrd. Dollar gebraucht.

Boeing sieht dagegen nur Bedarf für 740 Großmaschinen im Marktwert von 220 Mrd. Dollar. Das kann entscheidend dafür werden, ob sich die A380 für 525 Passagiere für Airbus rentiert und ob der Konzern alle von Boeing angefochtenen Starthilfekredite tilgen muss.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%