Nachfrage-Boom in China: VW schraubt Absatz hoch

Nachfrage-Boom in China
VW schraubt Absatz hoch

Vor allem der US-Markt sorgt bei VW derzeit nicht gerade für strahlende Gesichter. Doch einen Absatz-Rekord kann der Konzern dennoch einfahren. Das liegt vor allem am Auto-Boom in China.
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HamburgEuropas größter Autobauer Volkswagen hat 2013 mit seiner Pkw-Kernmarke erneut einen Auslieferungsrekord erreicht. Dennoch dämpfte Vertriebschef Christian Klingler die Erwartungen für eine weiter ungebremste Rekordfahrt. „2014 werden uns neue und schwierige Herausforderungen begegnen“, sagte er in einer Mitteilung vom Freitag. Die Pkw-Kernmarke der Wolfsburger mit dem VW-Logo sei auf Herausforderungen dank einer guten Produktpalette aber „bestens vorbereitet“. Auf die erwähnten Probleme ging Klingler am Freitag nicht näher ein. In der Vergangenheit hatte er aber immer wieder auf die hartnäckige Absatzkrise in Europa verwiesen.

VW-Pkw stellte 2013 mit weltweit 5,93 Millionen ausgelieferten Autos eine neue Bestmarke auf und fuhr 3,4 Prozent Plus ein. Mit 3,3 Prozent Schub im Dezember (535.000 Autos) hielt diese Entwicklung jüngst an.

VW profitiert seit längerem vor allem vom Schub in China, während der wichtige und margenstarke Heimatkontinent viele Sorgen bereitet. Zuletzt büßte die Kernmarke auch in den eigentlich boomenden USA ein.

In China verkaufte Volkswagen zum ersten Mal in neun Jahren mehr Fahrzeuge als General Motors. Damit konnte der deutsche Konzern den Spitzenplatz unter den ausländischen Autoherstellern in der Volksrepublik zurückerobern.

Die Auslieferungen von VW in China sind im vergangenen Jahr mindestens auf 3,27 Mio. Fahrzeuge angestiegen. Das belegen Auslieferungsdaten der Marken VW, Porsche, Audi und Skoda, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden. GM selbst hatte zuvor bereits erklärt, dass das Unternehmen in dem Land 3,16 Mio. Fahrzeuge abgesetzt hatte.

VW berücksichtigt anders als GM auch Hongkong bei den Zahlen. GM wiederum nimmt kleine Nutzfahrzeuge in die Statistik auf – was VW nicht tut, wenn es offizielle Zahlen für den Gesamtkonzern veröffentlicht.

Durch den Sieg über GM in China kommen die Deutschen ihrem Ziel ein Stückchen näher, bis zum Jahr 2018 zum weltweit größten Autohersteller zu werden.

In Summe profitiert der Mehrmarkenkonzern von seiner Aufstellung. So büßte etwa die tschechische Tochter Skoda 2013 auch wegen neuer Modellanläufe um 2 Prozent ein. Für Ausgleich sorgte andererseits zum Beispiel Audi mit dem Rekordverkauf von 1,58 Millionen Autos und dem spürbaren Plus von 8 Prozent zum Vorjahr 2012. Auch der Neuzugang Porsche hilft die Zahlen hochzuhalten: satte 15 Prozent Plus in 2013. Bei VW Nutzfahrzeuge stand ein minimales Plus von 0,3 Prozent auf knapp 552 000 Fahrzeuge. Die Absatzzahlen für den gesamten Konzern will der Dax-Riese zur am Montag startenden US-Automesse in Detroit vorlegen.

In Europa schlägt sich VW zwar vergleichsweise gut, konnte sich dem Negativtrend aber auch nicht entziehen: 3,7 Prozent beträgt das Minus im Jahresvergleich. Dem stehen 16,6 Prozent Zuwachs im wichtigsten VW-Einzelmarkt China gegenüber. Asiens Riesenreich steht inzwischen für rund 42 Prozent des globalen Absatzes der Kernmarke.

Während sich Europa stabilisiert und das Wachstum in China keine Grenzen zu kennen scheint, liegen Volkswagens Sorgenkinder jenseits des Atlantiks: Nach einer zweijährigen Aufholjagd in den USA verkaufte die Wolfsburger Kernmarke auf dem weltweit zweitgrößten Automarkt 2013 fast sieben Prozent weniger Wagen als im Jahr zuvor. In Südamerika sieht es noch schlechter aus. Auf dem Kontinent sackten die Auslieferungen 2013 um fast 14 Prozent ab. Der größte Einzelmarkt Brasilien brach für VW sogar um fast 17 Prozent ein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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