Nachfrage boomt – Lokale Anbieter wollen mit westlichen Firmen ihre Modellpaletten modernisieren
Autofirmen drängen auf iranischen Markt

Nicht nur in Asien, auch im Nahen Osten sieht die deutsche Automobilindustrie Potential. Der Nachholbedarf, der beispielsweise im Iran existiert, lässt die Unternehmer Hoffnung schöpfen. Die dortige Autoindustrie kann die hohe Nachfrage nicht mehr alleine bewältigen - eine Chance für die europäischen Autohersteller, die aber auch viel Geduld erfordert.

HB FRANKFURT. Die deutsche Automobilindustrie zieht es gen Osten: China, Korea und Indien sind Märkte, auf die Unternehmer hoffnungsvoll blicken. Doch auch der Nahe Osten birgt Chancen für Autohersteller und Zulieferer – zum Beispiel Iran. Dies unterstreichen nicht nur zahlreiche Kooperationen, die europäische Anbieter jüngst in dem Land eingegangen sind, sondern auch eine neue Studie des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Das Land habe enormen Nachholbedarf, heißt es in der Analyse, die der VDA und der Bundesverband der Deutschen Industrie von der Unternehmensberatung Management Engineers erarbeiten ließen. Nach zweieinhalb Jahrzehnten rigidem Importverbot gebe es im Iran praktisch nur noch Importfahrzeuge aus der Zeit vor der islamischen Revolution und Fahrzeuge aus einheimischen Werken.

Die Auto-Nachfrage im Iran wachse jährlich um 25 bis 40 Prozent und könne von der dortigen Autoindustrie wegen der planwirtschaftlich geführten Produktion bei weitem nicht befriedigt werden, schreiben die Unternehmensberater. Doch bei der Öffnung für Fahrzeugimporte bleibt Iran restriktiv: Jüngst hat die Regierung zwar beschlossen, bis Ende des laufenden iranischen Jahres (20. März) erstmals wieder 10 000 – nach inoffiziellen Quellen sogar 30 000 – Autos importieren zu lassen. Sie aber werden mit einem Importzoll von 130 Prozent belegt, der die Industrie vor Wettbewerbsdruck bewahren und die Staatskasse auffüllen soll.

Einen Ausweg bieten Gemeinschaftsunternehmen und Kooperationen Europäischer Autohersteller mit iranischen Firmen. Im März hat Renault ein PKW-Joint-Venture mit der Automotive Industry Development Co. gegründet, einer gemeinsamen Gesellschaft der staatlichen Automobil-Konzerne Iran Khodro und Saipa. Anfang Juli schloss Volkswagen eine Lizenzvereinbarung über den Bau der Golf-Variante „Gol“ mit der iranischen Kerman Automotive Industries. Anfang August unterzeichnete Peugeot einen Vertrag mit Iran Khodro über die Produktion von Varianten der Modelle 206 und 307. Daimler-Chrysler, der Getriebebauer ZF Friedrichshafen sowie der Reifenhersteller Continental sind bereits seit mehreren Jahren in dem Land aktiv. Die deutschen Firmen wollen ihre Chancen langfristig nutzen: „Wir sehen im iranischen Automarkt großes Wachstumspotenzial“, begründet beispielsweise VW den ersten Schritt zur lokalen Produktion.

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