Nachgefragt: Daniel Vasella
Vasella: „Weitere Investitionen möglich“

Große Pharmakonzerne zeigen Interesse an der Generikabranche. Das Handelsblatt sprach mit Daniel Vasella, dem Vorstandschef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis über Investitionen im Generikasegment.

Handelsblatt: Herr Vasella, Novartis investiert stark im Generikasegment. Fehlt es etwa an Ideen im anderen Kerngeschäft – dem mit selbst entwickelten, innovativen Medikamenten?

Vasella: Nein, ganz und gar nicht. Auch bei innovativen Arzneimitteln haben wir in den letzten Jahren kontinuierlich Marktanteile gewonnen. Dieses Geschäft wird sich dynamisch entwickeln. Und wir werden auch dort weiter ausbauen, wenn sich interessante Gelegenheiten bieten.

Was macht den Generikamarkt so attraktiv ?

Vor allem die Alterung der Bevölkerung. Sie wird zu einer deutlich steigenden Nachfrage nach medizinischen Leistungen führen. Gleichzeitig wächst der Kostendruck. Unter diesen Bedingungen werden Generika den Markt stärker penetrieren. Wir rechnen daher damit, dass in den Jahren bis 2010 der Generikamarkt stärker wächst als der Markt für patentierte Medikamente.

Finanziell hat Novartis mit Generika bisher aber nicht die besten Erfahrungen gemacht.

Doch, das ist ein attraktives Geschäft. Wir sind mit Sandoz in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 27 Prozent jährlich gewachsen und waren immer profitabel.

Wird sich der hohe Kaufpreis für Hexal rechnen ?

Auf jeden Fall. Er wird bereits im ersten Jahr einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. Unser Cash-Bestand, aus dem wir den Kauf finanzieren, erzielt zurzeit rund drei Prozent Rendite. Die neue Generika-Gruppe erreichte 2004 pro Forma eine Marge von zwölf Prozent. Mit Hilfe der geplanten Synergien halten wir eine Rendite von 15 Prozent für erreichbar.

Wie viel Spielraum bleibt Novartis für weitere Investitionen ?

Wir finanzieren Hexal aus unseren Reserven und werden weiterhin ein Triple-A-Rating haben. Wir können uns also auch in Zukunft einiges leisten.

Sind damit im Generikabereich weitere Zukäufe in Sicht?

Nein. Diese Übernahme müssen wir erst einmal verdauen. Aber die Transaktion hat keinerlei Einfluss auf unsere Ambitionen in anderen Segmenten des Pharmageschäfts. Dort, wo wir präsent sind, wollen wir auch eine führende Position erreichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%