Nachgefragt: M. Wennemer
Wennemer: „Innovation erfordert Größe"

Manfred Wennemer, Vorsitzender des Vorstandes der Continental AG, Hannover im Gespräch über die Übernahmeschlacht innerhalb der Automobilbranche.

Herr Wennemer, welche sind die Triebkräfte der Konsolidierung bei den Auto-Zulieferern?

Das sind im wesentlichen zwei: Zum einen müssen Zulieferer immer größere Anteile an Forschung und Entwicklung übernehmen, was zunächst einmal viel Geld kostet, bevor mittel- oder langfristig Erträge zurückfließen, und was zu einer gewissen Unternehmensgröße zwingt. Zum anderen müssen Zulieferer wegen der Plattformstrategie der Automobilhersteller auch weltweit lieferfähig sein. Wir sind unseren Kunden auf globaler Ebene gefolgt. Auch das setzt eine entsprechende Finanzkraft voraus.

Continental steht bei diesem Prozess auf Seiten der Käufer. Ist es denn wirklich billiger, sich Know-how zu kaufen statt es selbst aufzubauen?

Übernahmen lassen sich in der Regel nicht auf Know-how-Zukauf reduzieren. Es geht vielmehr um optimale Ergänzung der Produktpalette, Stärkung von Marktpositionen und das Bündeln von Kräften. Nehmen Sie Phoenix: Das hat so gut wie nichts mit Know-how zu tun, aber sehr viel damit, dass sich Conti Tech und Phoenix ideal ergänzen.

Wer sind die Gewinner und die Verlierer im Übernahmespiel?

Im Prinzip gibt es vor allem Gewinner: Durch Übernahmen werden meist stärkere, wettbewerbsfähigere Einheiten geschaffen.

Haben Nischenplayer in Zukunft noch eine Chance?

Wenn ein Unternehmen sich in einem überschaubaren Markt mit speziellem Know-how etabliert und keine schweren Fehler bei Qualität oder Produkten erlaubt, hat es auch als Spezialist Chancen. Allerdings müssen auch große Unternehmen heute flexibel agieren, insofern ist die Beweglichkeit kleinerer Unternehmen keine alleinige Lebensversicherung mehr.

Die Fragen stellte Josef Hofmann.

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