NACHGEFRAGT: M. WINTERKORN: Martin Winterkorn: „Credo bleibt Sportlichkeit und Komfort“

NACHGEFRAGT: M. WINTERKORN
Martin Winterkorn: „Credo bleibt Sportlichkeit und Komfort“

Das Handelsblatt im Gespräch mit Martin Winterkorn. Der Audi-Chef bringt mit seinen Fahrzeugen gut zwei Drittel des VW-Vorsteuergewinns.

Herr Winterkorn, Sie setzen auf Sportlichkeit und Aggressivität. Zuletzt mussten Sie das Fahrwerk des A 3 nach Beschwerden weicher machen. Ist die Grenze dieser Strategie erreicht?

Wir haben gesehen, dass es einen Kundenwunsch nach mehr Komfort gibt, und dass wir vielleicht etwas über das Ziel hinaus geschossen waren. Wir haben dann sofort reagiert. Das ändert nichts an unserem Credo, Sportlichkeit, Fahrleistung und Komfort zu verbinden.

Haben Sie daraufhin auch die Fahrwerkseinstellungen anderer Modelle geändert?

Nein, das war nicht notwendig. Unser Ziel ist es, eine geringe Aufbaubewegung der Karosserie bei sportlichem Fahren und dennoch eine komfortable Federung zu bieten. Wir werden Kunden künftig noch stärker die Gelegenheit geben, die Ausrichtung des Fahrwerks zu wählen.

Momentan wird bei VW viel über Ausstattung und Preis diskutiert. Werden die Kunden sparsamer?

Die aktuelle Situation ist geprägt von der Unsicherheit bei den Kunden. Doch diese Phase ist nur eine Übergangsphase. Gute Features werden immer von den Kunden angenommen und dass das Geld für den Autoverkauf vorhanden ist – das ist wohl keine Frage. Ich glaube, sowohl A 3 als auch Golf sind genau richtig positioniert. Außerdem hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass Premiummarken wie Audi insgesamt weniger von dieser Kaufzurückhaltung betroffen sind.

Konkurrent BMW tritt mit dem neuen 1er in einem niedrigeren Segment an, während Audi den A 2 ausrollen lässt. Warum gibt man gewonnenes Terrain auf?

Wir haben die Strategie, dass innerhalb der Markengruppe Audi die Marke Seat das Programm nach unten abrundet. Der Kompaktvan Altea, der in Genf vorgestellt wird, ist ein Beispiel dafür. Wir wollen mit Seat die Leute abholen und sie dann zu A 3, A 4 oder A 6 hinführen.

Strahlt Audi überhaupt auf Seat ab?

Auf diesem Weg sind wir erst ein Stück vorangekommen und haben noch viel Arbeit vor uns. Seat muss wachsen und bewegt sich langsam an das Ziel heran. In zwei Jahren werden wir erste deutliche Zeichen in diese Richtung sehen, doch zur kompletten Erneuerung der Modellpalette werden noch ein paar Jahre vergehen.

Das Gespräch führten Josef Hofmann und Martin Buchenau.

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