Nachgefragt: Martin Leach, Präsident und Chef des operativen Geschäfts von Ford in Europa
„In Europa haben wir Gegenwind“

Rabattkämpfe, Probleme mit der Profitabilität beuteln die Autohersteller. Hat Ford überhaupt Grund zu feiern?

Mit 100 Jahren Tradition haben wir die Verpflichtung, nach vorne zu schauen. Zu schauen, was einen nachhaltigen Geschäftserfolg garantiert. Unsere Maßnahmen zeigen bereits Wirkung, unsere Restrukturierungsbemühungen greifen, wie die guten Zahlen des ersten Quartals zeigen. Natürlich bleibt auch weiter viel für uns zu tun.

Wie sieht es in Europa aus?

In Europa spüren wir einen starken Gegenwind und einen wachsenden Wettbewerb in einer schrumpfenden Industrie. Dennoch hat es Ford geschafft, den Marktanteil seit zwei Jahren zu erhöhen. Das ist das Resultat unserer Produktoffensive. Wir haben aktuell die beste Modellpalette, die wir je in der Geschichte hatten, unsere Qualität kann sich mit den Branchenbesten messen. Unser durchschnittliches Modellalter ist 2,9 Jahre, vor drei Jahren waren es noch 5,4 Jahre. Wir sind mit führend in Produktivität und Produktionsflexibilität. In den vergangenen drei Jahren haben wir die Gesamtkosten um 1,3 Milliarden Dollar gesenkt.

Die Konzernspitze erwartet dieses Jahr aus Europa schwarze Zahlen. Schaffen Sie das?

Wir arbeiten hart daran. Der Gegenwind des Marktes ist viel stärker, als wir erwartet hatten. Das trifft aber auch die Konkurrenten. Wir erhoffen uns dennoch eine weitere Erhöhung der Marktanteile durch die Erneuerung unserer Modellpalette: Dem Streetka folgt der Sportka und schließlich der gründlich überarbeitete Mondeo – auch mit neuen Motoren. Mit dem Focus C-Max schließen wir die Lücke im schnell wachsenden Bereich der mittleren Familienvans. Ja, der Markt ist hart, aber ich glaube, wir kämpfen mit den einzig richtigen Waffen, nämlich aufregenden Produkten.

Ford Europa ist beschränkt auf eine Palette, die mit dem Mondeo endet. Wie lange noch?

Das blaue Oval von Ford ist Teil eines größeren Bildes. Dabei müssen wir aufpassen, dass wir uns im Konzern nicht gegenseitig Konkurrenz machen, so wie das bei anderen passiert ist. Mit Ford, Volvo, Land Rover und Jaguar decken wir alle Schlüsselsegmente ab. Für die Marke Ford bleibt dennoch genügend Raum.

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